Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz

Kategorie Archiv: Musik – Konzertberichte


Techik-AG im Ü-Wagen

Radioaufnahmen zu „Beethoven 2020“ am LMG

(OPT, 12.09.2019) Am 11.09.2019 haben mehrere Ensembles des Landesmusikgymnasiums Aufnahmen für die im Rahmen von Beethovens 250. Geburtstag geplante SWR-Sendung „Treffpunkt Klassik“ gemacht. Dafür war der SWR2 mit einem Ü-Wagen den ganzen Tag zu Gast am Landesmusikgymnasium. Geplanter Sendetermin ist der 21.01.2020. Das Projekt wird geleitet und betreut von Sabine Fallenstein und Jörg Lergersdorf. Aufgenommen wurden: Das SBO, Ltg. Philipp Hebgen mit J. Stert: Wer ist Elise? – , die Kammerphilharmonie, Ltg. Tobias Simon mit C. Seither: Ferne Begegnung – Trios Adieux für Ludwig van B. -, Cantomano, Ltg. Volker Höh, Beethoven: Sonatine, c-Moll, Werk ohne opus und C. Domeniconi: Divertimento mit Beethoven -, Jacob Klocke, Klavier, (Klasse: Denys Proshayev): L. v. Beethoven Sonate op. 31, Nr. 2 („Der Sturm“) -, das Blechbläserensemble, Ltg. Martin Balser, L. v. Beethoven: Aus dem 2. Satz der 7. Symphonie und aus den Equali -, Jazzcombo, Ltg. Walter Born, Beethoven: Für Elise (Samba-Arrangement von W. Born). Das Team des SWR bestand aus Klaus Koch (Technik), Christine Decker (Tontechnikerin), Angela Öztanil (Toningenieurin) und Tobias Hoff (Tonmeister). Für  die Schülerinnen und Schüler war die sehr konzentrierte Arbeit zwischen 8:00 und 18:00 Uhr eine interessante Erfahrung. Alle sind schon gespannt auf das Endergebnis,  wofür weitere Schüler des LMGs auch Wortbeiträge vorbereiten werden.

 

Die Musiker/innen der Marching Bands vom 28. Juni 2019

Gedenkkonzert vom 28. Juni

(BEU, 11.09.2019) Am 28. Juni 2019 veranstalteten Schülerinnen und Schüler des Landesmusikgymnasium ein bemerkenswertes und auch für diese Schule mit reichhaltigen Erfahrungen in allen Musikrichtungen bisher einzigartiges Konzert: Zwei von Stefan Kohmann (Schlagzeug) und Andreas Steffens (Big Bands) geleitete Marching Bands zogen durch Montabaur, um auf den hundertsten Jahrestag des Friedensvertrags von Versailles und den damit in direktem Zusammenhang stehenden Tod des US-amerikanischen Fliegeroffiziers Walter H. Schulze zu erinnern. Dabei hat das Landesmusikgymnasium eigentlich gar keine Marching Bands, sondern diese wurden in einem Kooperationsprojekt zwischen der gymnasialen Abteilung (Geschichte) und der Instrumentalabteilung (Schlagzeuger und Blechbläser) extra für dieses Gedenkkonzert aus den Schülerinnen und Schülern der beiden Instrumentallehrer aufgestellt.

Den historischen Hintergrund des Konzerts bildete die US-amerikanische Besetzung des „Coblence Bridgehead“ nach dem Waffenstillstand vom November 1918, die letztlich nur eine Zwischenstation darstellte, bis entweder ein Friedensvertrag abgeschlossen wäre oder das Deutsche Reich als Verlierer des Krieges von den Siegermächten vollständig besetzt würde. Nur im Kontext dieser Lösung der politischen und persönlichen Spannung nach 4 1/2 Jahren Krieg und 1/2 Jahr Besatzung ist die Tragödie von Captain Walter H. Schulze zu verstehen, der nach Abwurf des Peace Bulletin an die Besatzungstruppe in Montabaur selbst den Tod fand. Der Überbringer der Friedensbotschaft, der „Peace Messenger“, ist tot, sein junges Leben, seine Hoffnungen sind zerstört, seine Familie trauert. Die Empfänger der Botschaft empfinden diesen Widerspruch, freuen sich aber auf die Heimkehr.

Wie seit Dezember 1918 die Soldaten der Besatzungstruppe und die Einheimischen nach und nach doch miteinander in Berührung kamen und sich die beiden Kulturen kennenlernten, so marschierten die beiden Marching Bands unter der 48-Sterne-US-Flagge von 1919 (mit dem Titel „When we stand together“) und unter der 1919 gerade wieder eingeführten schwarz-rot-goldenen deutschen Flagge (mit dem Titel „Fireball“) von beiden Seiten der Fußgängerzone aufeinander zu und bildeten dann auf dem Großen Markt eine gemeinsame Band, die mit einem Arrangement auf „Oh when the Saints …“ die überraschten Passanten grüßte.

Zum Abschluss dieses Platz-Konzerts wurde von einem Bläserquartett (Sarah, Arda, Steffen, Janne) wahrscheinlich zum ersten Mal seit Anfang der 1920er-Jahre der „Souvenir Song“ vorgetragen, allerdings nach einer von Andreas Steffens extra für dieses Gedenkkonzert neu arrangierten Melodie. Der Souvenir-Song von Woodward Trahern und Anton Dünchem „On the Rhine“ verklärt 1919 nach dem Friedensvertrag einerseits die Aussicht der US-Soldaten auf baldige Heimkehr („you’ll leave with a cheer“), sieht aber auch schon voraus, dass man sich schon bald an die schönen Tage am Rhein und im Westerwald zurücksehnen wird, denn man werde sich nicht nur wehmütig an das typische Kommissleben erinnern, sondern eben auch an den Kontakt mit den Deutschen, vor allem mit den „Fräuleins who had such dreamy eyes“ und am meisten an das gute deutsche Lager-Bier.

Das Lebensgefühl der jungen US-Soldaten von 1919 wurde dann 100 Jahre später nur einen Steinwurf vom Absturzort des „Peace Messenger“ und von der Gedenksäule am Wolfsturm durch die beiden Big Bands des Landesmusikgymnasiums, das Blue Berry Jazz Orchestra und das Yellow Tone Orchestra unter Leitung von Andreas Steffens durch jazzige Rhythmen musikalisch dargestellt. Und als absoluter choreographischer Höhepunkt wurden aus einem historischen Doppeldecker Reprints des Flugblattes von 1919 über dem Wolfsturm abgeworfen.

Und auch über einen überraschenden Nachklang des Gedenkkonzert soll noch kurz berichtet werden: Ein Geschichtelehrer der ehemaligen Schule des abgestürzten Piloten hatte im Internet davon erfahren und machte wenige Wochen nach dem Konzert auf seiner Europatour einen Abstecher nach Montabaur, um den Absturzort und die Gedenksäule persönlich zu besuchen.

Damit hat eine langjährige historische Arbeit einen sehr befriedigenden Abschluss gefunden, die 1992 mit der Teilnahme einer kleinen Gruppe von drei Schülerinnen am Geschichtswettbewerb begann[1], dann durch mehrere Jahre fortgeführt wurde[2] und 2016 in die Wiederaufstellung einer Gedenksäule für Captain Schulze mündete[3].

 

 

[1] Der Wettbewerbsbeitrag von Britta Kuhnen / Barbara Metternich / Kerstin Thiede „Denkmal  –  Zerstörung und Errichtung von Denkmälern in Montabaur 1933-1945“, Montabaur 1993, untersucht unter anderem die Entfernung einer 1922 für den „Peace Messenger“ aufgestellten Gedenksäule im „Dritten Reich“.

[2] C.P. Beuttenmüller, „Der Tod des Friedensboten“, in: „Wäller Heimat“, Jahrbuch des Westerwald-Kreises, Montabaur 2010

[3] Initiiert von Jannik Henkes und Moritz Wetzlar als Beitrag zum Wandelkonzert des Landesmusikgymnasiums anlässlich der 25-Jahr-Feier des Landesmusikgymnasiums und der 725-Jahr-Feier der Stadt Montabaur am 3. Juli 2016

 

 

Vom Orchesterdonner gerührt

Nassauer Neue Presse vom 14.06.2019

Peer-Gynt-Aufführung der Musikgymnasiasten lässt Grundschülern den Atem stocken

PeerGynt_NNP(Anken Bohnhorst)  Märchen können gruselig und spannend sein – auch in vertonter Form. Das erlebten jetzt rund 200 grundschulkinder im Bürgerhaus von Eschhofen, für die das Sinfonieorchester des rheinland-pfälzischen Musikgymnasiums aus Montabaur spielte. (…)

 

 

Mit feiner Musik für Finanzspritze gedankt

Westerwälder Zeitung vom 08.06.2019

Neue Stipendiaten der Sparkasse Westerwald-Sieg erfreuten Zuhörer in Montabaur mit teils ungewöhnlichem Klang

(Markus Müller) Wer musikalisch was werden will, muss schon früh in ein ordentliches Instrument investieren oder als Sängerin Geld für den notwendigen Klavierunterricht ausgeben. Das gilt gerade auch für die besonders begabten Schüler des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz in Montabaur, denen auch der an der Schule gebotene hochwertige Unterricht alleine nicht ausreicht. Und für das eigene Instrument ist ohnehin jeder Schüler selbst zuständig. In vielen Fällen gehen die Kosten dafür schnell in die Tausende. Da kommt jede zusätzliche Geldspritze wie gerufen. Deshalb fördert die Sparkasse Westerwald-Sieg mit ihrer Stiftung jedes Jahr eine Reihe von Stipendiaten. Diese wiederum bedanken sich mit einem besonderen Konzert in der Schalterhalle der Geschäftsstelle in Montabaur.

Die hohe Qualität dieses Stipendiatenkonzertes hat sich mittlerweile herumgesprochen. Deshalb war die Halle trotz ordentlicher Hitze voll besetzt. (…) Den Zuhörern wurde wieder ein buntes und abwechslungsreiches Programm mit musikalischen Spitzenleistungen geboten. Aber schließlich gehören die meisten junge Musiker und Sängerinnen auch zu den Preisträgern oder zumindest Teilnehmern am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, wie Schulleiter Richard Moser betonte, der auch mit vielen Zusatzinformationen zu den Stücken und ihren Interpreten durchs Programm führte.

Mit einem fröhlichen Stück von Francois-Joseph Nadermann eröffnete Carlotta Crone auf ihrer Harfe das Programm und ließ ihre Finger nur so über die Saiten fliegen. Mit „Aria e danza“ des Letten Peteris Vasks ließen Stipendiatin Emely Schwickert am Klavier mit Jana Moritz auf der Querflöte recht ungewöhnliche Klänge folgen (…) Zum ersten Mal war dann beim Stipendiatenkonzert eine Bratsche zu hören. Die spielte Alban Matthiaß. Zusammen mit Stipendiatin Evgenia Gienko am Klavier gab er ein Stück des Briten Frank Bridge zum Besten. Als jüngste Stipendiatin zeigte Patricia Sommer auf gleich zwei Blockflöten ihr schon großes musikalisches Können mit zwei schönen Melodien von Giovanni Riccio und Roberto Valentino. Korrepetitor war hier auf dem Cembalo Andreas Frese, der auch weitere Stipendiaten dann noch auf dem Klavier unterstützte. Wie zum Beispiel Arda Dincer, der auf seiner Trompete das bekannte Trompetenkonzert in Es des böhmischen Komponisten Johann Neruda erstrahlen ließ. Selbst auf dem Klavier gab Julian Robin Müller zwei Fantasiestücke von Robert Schumann.

Gleich mehrere gelungene Stücke aus „Trockene Blumen“ von Franz Schubert setzte Sina Hannappel auf der Querflöte musikalisch in Szene, während Jakob Klocke auf dem Klavier mit der Sonate Es von Joseph Haydn ausdrucksstark und mit Tempo glänzte. Die „Sonate in einem Satz“ von Alexander Tcherepnin intonierte Stipendiatin Clara Wagner souverän auf ihrer Klarinette und wurde dabei von Mihai Tarase am Klavier begleitet. (…) Gleich zwei Stipendiatinnen traten anschließend gemeinsam auf und wurden bei ihren drei Gesangsvorträgen von Irina Tarase am Piano begleitet: Alexandra Hermann und Hannah Zeus begannen mit der klassischen „Cantate“ von Georg Friedrich Händel (…), um dann auch noch mal bei Kurt Weills „Eifersuchtsduett“ ihre schönen und schon sehr geschulten Stimmen hören zu lassen.

Mit sehr ausdrucksstarkem Klarinettenspiel einer Sonata von Edwin Bowen bewies Charlotte Dohr, dass sie ihr Stipendium mehr als verdient hat. Am Klavier unterstützte sie Julian Dockendorf. Und zum Schluss gab es noch mal das Piano solo: Marita Armitli spielte Frederic Chopins Etude Nr. 10 nicht nur gekonnt, sondern auch mit viel Gefühl und entließ damit die Zuhörer, die nicht mit Applaus sparten, aus einem sehr abwechslungsreichen, lehrreichen und unterhaltsamen Stipendiatenkonzert.

Aufbruchswillen bei jungen Menschen

Nassauische Neue Presse vom 05.06.2019
 
Gospelchor „Born again“ überzeugt in der Pfarrkirche St. Christophorus
(V. Podlich)
 
NNP05062019

Pianist Denys Proshayev verzaubert Zuhörer

Westerwälder Zeitung vom 04.06.2019

Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbes der ARD war im Rittersaal von Schloss Montabaur zu hören

(H.-P. Metternich)  Klavier- und Kammermusikabende im Berliner Konzerthaus, in Philharmonien von St. Petersburg und Kiew, im Salle Molière in Lyon, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, beim Tonebank Festival in den USA – und nun auch im Rittersaal auf Schloss Montabaur. Mit dem Pianisten Denys Proshayev, Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbes der ARD, hat das Kulturbüro der Stadt Montabaur nicht nur bei den Freunden dieses Genres einen Volltreffer gelandet. 

Doch das Ziel für diesen „Volltreffer“ haben das Landesmusikgymnasium (LMG) und der Pianist gemeinsam mit abgesteckt, wie der Leiter des LMG, Richard Moser, bei der Begrüßung der Zuhörer deutlich machte. „Seit 2018 leitet Denys Proshayev eine Klavierklasse an unserer Schule. Er tritt die Nachfolge von Natalia Adomeit an“, so Richard Moser, der diese Soiree bildhaft mit einem „Einstandskonzert“ verglich. „Klangmagier“, „Russischer Eusebius“ und „brillanter Virtuose von ganz großem Format“ sind nur einige Attribute, die die Musikkritik dem Pianisten Denys Proshayev, der im weißrussischen Brest geboren ist, seit seinem Gewinn des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD zuschreibt. Dass diese Attribute keine leeren Phrasen sind, musste der begnadete Pianist nicht erst im Schloss Montabaur unter Beweis stellen, denn spätestens mit dem ARD-Preis folgte für den Pianisten der internationale Durchbruch. Mit fünf Präludien und Fugen aus „Das Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach eröffnete Denys Proshayev das Konzert im Rittersaal auf Schloss Montabaur, das den Zuhörern eineinhalb Stunden lang Klaviermusik auf allerhöchstem Niveau bescherte. 

Ein Zuhörer verglich in der Pause die spritzigen bach’schen Präludien mit einem „sprudelnden Quell“. Aus diesem „Quell“, will heißen von Denys Proshayev, werden wohl künftig am Landesmusikgymnasium Klavierschüler schöpfen können. Da darf das Musikgymnasium mit Recht stolz sein, einen solchen Virtuosen, der eine Gastprofessur am Königlichen Konservatorium Den Haag inne hat, im Lehrerkollegium zu haben. Seine Virtuosität bewies Denys Proshayev nicht minder mit den „Waldszenen op. 82“ von Robert Schumann. In dem Zyklus aus neun Charakterstücken mit den Satzbezeichnungen von sehr zart (Vogel als Prophet), über „höchst lebhaft“ (Jäger auf der Lauer) bis hin zu rasch und kräftig“ (Jagdlied), hebt sich das Stück „Vogel als Prophet“ hervor, das, wie es heißt, schon seit Anton Rubinstein als Prüfstein pianistischer Anschlagskunst im Konzertsaal heimisch ist. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass der, wie es schien, durchgeistigte Pianist, diesen „Prüfstein“ gleichsam spielend bewältigte. Ebenso wie die Sonate Nr.10, op. 70 von Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, bei der Denys Proshayev seine Kunstfertigkeit bis ins Detail auslebte. „Mein Gott, was für eine Musik“, schwärmte am Ende ein faszinierter Zuhörer, der mit seiner spontanen Beifallsbekundung wohl allen, die dieses „Einstandskonzert“ auf Schloss Montabaur miterlebten, aus dem Herzen gesprochen hat.

 

Hui! Wäller? Immer wieder diese Namen!

Westerwälder Zeitung vom 18.05.2019

(Spitzen und Notizen gesammelt von Markus Müller)

Im Eifer des journalistischen Alltags kommt es leider immer wieder vor, dass man sich bei Namen schon mal vertut oder es leider nicht so ganz richtig macht. Aber das geht gottseidank nicht nur uns Schreibern so, sondern auch manchem Redner.

Seltsames Ensemble?

Immer wieder greifen Vereine und Organisationen der Region bei Jubiläen oder anderen Feiern zur musikalischen Begleitung auf Ensembles des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz zurück, das ja glücklicherweise in Montabaur angesiedelt ist. Eine wunderbare Musikgruppe, die zudem auch noch aus lauter jungen Damen besteht, ist das Flötenensemble „flautastique“. Das spielte am Freitag zum 25. Geburtstag der DRK-Rettungsdienst GmbH in Montabaur. Fiel es den Rednern schon schwer, den Namen des Ensembles richtig auszusprechen, wurde es beim Namen der Leiterin nicht unbedingt einfacher. Deshalb noch mal zum Nachlesen: Karoline Schaeferdiek. (…)

Überraschungskonzert bringt Gewölbe zum Klingen

Westerwälder Zeitung vom 10.05.2019

Junge Talente des Landesmusikgymnasiums in Montabaur boten facettenreiches Konzert

(H.P. Metternich) Die „Kultur im Keller“ (KiK), die im 14-tägigen Rhythmus stattfindende Konzertreihe im Historica-Gewölbe an der Stadtmauer in Montabaur, darf für sich in Anspruch nehmen, im Kulturschaffen der Kreisstadt ein enorm breites Spektrum abzudecken. (…) Dabei wird jeder „Kunstgeschmack“ bedient. Bei der Veranstaltung am Dienstagabend bot die Kultur im Keller jungen Musikern des Landesmusikgymnasiums (LMG), allesamt Teilnehmer beim jüngsten Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Mainz, eine Plattform, um ihr musikalisches Talent im außergewöhnlichen Ambiente des Historica-Gewölbes zum Klingen zu bringen.

So vielfältig das Kulturprogramm im Keller an sich ist, so vielfältig waren auch die Darbietungen der 14 Protagonisten, die mit einem sogenannten „Überraschungskonzert“ aufwarteten. Volker Höh als zurückhaltend agierender Moderator des Abends kündigte „unterschiedliche Beiträge aus unterschiedlichen Stilepochen, intoniert auf unterschiedlichen Instrumenten“ an. Die unterschiedlichen Stilepochen spannten mit dem Bach’schen Präludium aus der „Suite C-Dur für Violoncello solo“ einen Bogen vom Barock bis hin zu Eigenkompositionen der zwei Vokalinterpretinnen Alexandra Hermann und Emma Reßmann, denen für den Landeswettbewerb diese Aufgabe auferlegt war. Mit Justus Hannappel und Leon Sauer als Gitarrenbegleitung bewiesen die zwei ausdrucksstarken Sängerinnen, dass sie als Solistinnen diese Aufgabe brillant gemeistert haben.

Die Bandbreite des Repertoires imponierte ebenso wie die Vielfalt der Instrumente. Als vielversprechende Cello-Solisten empfahlen sich Nehir Ertopcu, Emmely Kettner, Jan Milajev und Björn Gard. Letzterer erinnerte sich augenzwinkernd an eine Begebenheit, die ihn zum Cellospiel gebracht haben soll: „Mit vier Jahren war ich mit meinen Eltern in einem Streicher-Konzert, wo ich den Wunsch äußerte, später mal ein Instrument mit Bogen spielen zu wollen. Willst du stehen oder sitzen?, war die Frage meiner Eltern. Das Ergebnis sehen Sie hier.“

An der Gitarre überzeugte neben dem Duo Tobias Buchstäber und Roland Schohl das Trio Leonhard Weinberger, Peter Krause und Justus Hannappel, das für seine souveränen Darbietungen viel Applaus bekam.

Oliver Bicanic hat, wie er verriet, mit vier Jahren das Akkordeonspiel erlernt. Im Historica-Keller demonstrierte er eindrucksvoll, dass er mit diesem Instrument eine Musikerkarriere anstreben könnte. Schließlich war es noch Julia Welsch, die ihre Percussion-Spielfreude im Gewölbekeller leidenschaftlich auslebte. Die Liaison „Kultur im Keller – LMG“ ist am Dienstagabend voll aufgegangen. Weitere Bilder gibt es unter www.rhein-zeitung.de/westerwald

Fünf junge Cellisten zeigen ihr Können

Nassauische Neue Presse vom 01.04.2019

Bei „Musik im Marmorsaal gab es jetzt die Preisträger von Jugend musiziert zu bewundern

„Sie dürfen sich jetzt im Theatersaal des Kurhauses wie im Kino fühlen“. Das waren Begrüßungsworte der Pianistin Ingrid Wendel, als sie zur allwöchentlichen Konzertreihe „Musik im Marmorsaal“ fünf erste Preisträger*innen (…) vorstellte. Tatsächlich fand das Konzert, in dem diese jungen Menschen nach ihrer erfolgreichen Teilnahme am Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ als Teil der Celloklasse Stefan Welsch am Landesmusikgymnasium Montabaur ihr Talent unter Beweis stellten, ausnahmsweise in der samtroten Aura des Theaterbühnenvorhangs statt. Das war eine optimale Gelegenheit, vor dem Landeswettbewerb in Mainz noch einmal zu Konzertbedingungen eine Auswahl des Repertoires zu präsentieren.

Björn Gard (17), Nehir Ertopcu (15), Emmely Kettner, Daphne Welsch (16) und Jan Milajev (16) brachten je zwei Stücke zu Gehör, die alle zur „Bundesliga klassischer Musik“ gehören, was den technischen Schwierigkeitsgrad und den der Interpretation angeht. Sätze aus Suiten, Sonaten und Konzerten von Bach, Schumann, Lalo, Saint-Saens, Cassado, Tschaikowsky, Britten, Elgar und Schostakowitsch, ein für die Zuhörer anspruchsvolles und gleichermaßen faszinierendes Programm: Wie gewohnt war Ingrid Wendel neben ihrer Hauptrolle als Pianistin und Korrepetitorin auch als Moderatorin unterwegs, um in ihrer unverwechselbaren und liebenswerten Art wissenswerte Fakten zum Besten zu geben – eine oft humorvolle und stets wohltuende Ergänzung zur Musik. (…)

Bewundernswert war – und das zog sich wie ein roter Faden durch den Nachmittag – , wie sich die Musiker und Musikerinnen immer wieder Herausforderungen stellten, weil sie Stücke gewählt hatten, die nicht nur ein hohes Maß an Fleiß samt Disziplin regelmäßig erforderlich machen, sondern auch an geistiger Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Werk, mit dessen Tonsprache und der Intention des Komponisten. (…)

Alle fünf Musikerinnen und Musiker begannen früh mit dem Erlernen des Instruments. (…) Über Daphne Welsch, Schülerin ihres im Saal anwesenden Vaters Stefan, gab es zu berichten: „Sie konnte kaum laufen, da saß sie schon beim Papa und wollte Cello spielen.“ (…)

„Das Üben bringt ihn auf andere Gedanken.“ Jan Milajev spielte zum Schluss des grandiosen Nachmittags den Kopfsatz aus Lalos Konzert in a-Moll und überzeugte auch durch seine Coolness, mit der er sich beim Auswendigspielen zweimal das Pult mit den Noten wieder heranzog.

Ein professionelles Selbstverständnis, das sich letztlich bei allen in diesem Konzert irgendwo gezeigt hat und gerade durch Veranstaltungen dieser Art gefördert werden kann. Bravo, bravissimo, cellissimo! Und jeder im Saal bekam noch „einen kleinen grünen Kaktus“ überreicht, als schön kontrastierende und witzige Zugabe der fünf jungen Cellisten.

 

Orginalartikel:

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Preisträger stellen ihr Können unter Beweis

Westerwälder Zeitung vom 28.03.2019

Jugend aus den Landkreisen Rhein-Lahn und Westerwald musiziert im Keramikmuseum

Preistraegerkonzert im Museum(H.P. Metternich) Die Preisträger des Regionalwettbewerbs „Jugend musiziert“ der Landkreise Rhein-Lahn und Westerwald – zumindest ein Teil derer, die sich für den Landesentscheid qualifiziert haben – konnten bei einem (…) Preisträgerkonzert im Keramikmuseum in Höhr-Grenzhausen öffentlich kundtun, dass ihre Höchstbewertung mit 25 Punkten mehr als gerechtfertigt ist. Am Sonntagnachmittag waren es 26 junge Musiker, die ihre Qualitäten in unterschiedlichen Kategorien eindrucksvoll unter Beweis stellten. Sabine Melchiori, die Vorsitzende des Regionalausschusses „Jugend musiziert“, die gemeinsam mit ihren Mitstreitern Klementina Pleterski und Wolfgang Lang für die Vorbereitung und Durchführung des Regionalwettbewerbs verantwortlich zeichnete, konnte eine ganze Reihe von Gästen willkommen heißen, darunter den Hausherrn des Museums, Landrat Achim Schwickert, der es sich nicht hatte nehmen lassen, den jungen, vielversprechenden Talenten persönlich seine Glückwünsche auszusprechen.

Melchiori nannte zunächst einige Zahlen und Fakten: „Beim 56. Regionalwettbewerb ,Jugend musiziert‘ stellten sich 171 junge Musiker in zehn Kategorien dem Votum von insgesamt 27 Juroren. Das entspricht nahezu exakt der Teilnehmerzahl des vergangenen Jahres. Damit steht der Wettbewerb am Landesmusikgymnasium, was die Teilnehmerzahl im Vergleich mit den sieben anderen Regionen in Rheinland-Pfalz anbelangt, mit Abstand an erster Stelle.“ Das sei sicher ein Beleg dafür, dass der Regionalentscheid am Landesmusikgymnasium (LMG) und auch an der benachbarten Kreismusikschule nach wie vor einen hohen Stellenwert genieße. „Über zwei Tage waren in den Räumen des Gymnasiums Musik und Gesang von höchster Qualität zu hören, die zu hervorragenden Ergebnissen führten. Es wurden insgesamt 14 zweite Preise vergeben und sage und schreibe 157 erste Preise – verbunden mit 107 Weiterleitungen zum Landeswettbewerb nach Mainz“, blickte Sabine Melchiori noch einmal auf den Wettbewerb zurück, ehe sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf die Akteure beim Preisträgerkonzert lenkte.

Was da vorgetragen wurde, ob „klassische“ oder zeitgenössische Literatur, war höchst bemerkenswert. Die Darbietungen, sowohl im Vortragssaal als auch beim anschließenden Wandelkonzert an verschiedenen Orten im Museum, zeugten allesamt von einem enorm hohen Leistungsstand der jungen Musiker. Den Auftakt boten in der Kategorie „Viola solo“ der Altersgruppe (AG) IV Alban Matthiaß (Viola) und Evgenia Gienko (Klavier). Weiter ging es in der Kategorie „Violine solo“ mit Mathilda Thielecke (AG Ib) und Paula Oslislok (AG II). In der Kategorie „Duo Holz/Klavier“ waren die Altersgruppen II, III und IV mit Finja Fröhlich (Klarinette) und Rosa Fröhlich (Klavier), Lorenzo Schäfer (Saxofon) und Daniel Matus (Klavier) sowie Clara Wagner (Klarinette) und Mihai Tarase (Klavier) vertreten. Luise Schupp und Mihai Tarase (Gesang, AG IV) wurden in der Kategorie „Vokalensembles“ von Nikita Krapp am Klavier begleitet. Die Vorträge im Konzertsaal beendeten in der Kategorie „Klavier Kammermusik“ (AG V) Charlotte Dohr (Klarinette), Rebecca Wiesend (Cello) und Alban Matthiaß (Klavier). Folgende Musikerinnen und Musiker erfüllten beim anschließenden Wandelkonzert das komplette Museum mit bemerkenswerten Melodien: Anna Obenaus (Violine solo, AG V), Nehir Ertopcu (Cello solo, AG IV), Björn Gard (Cello solo, AG V), Tobias Buchstäber und Roland Schohl (Gitarrenensembles, AG IV), Oliver Bicanic (Akkordeon solo, AG IV), Salome Wolf und Carlotta Crone (Harfenensemble, AG V), Julia Welsch (Schlagzeug solo, AG IV), Joëlle Lieser (Schlagzeug solo, AG V) und schließlich Alexandra Hermann und Justus Hannappel (Gesang, Pop, mit Gitarre, AG V).