Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz

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Messe_in_C-moll_2018

Mozart hätte seine Freude daran

Große Messe in c-Moll mit Nachwuchs-Spitzenensembles

(MEL, 15.01.2018)  Am Sonntag, 18. Februar um 17 Uhr erwartet das Westerwälder Publikum ein ganz besonderer Konzertgenuss: In der Katholischen Kirche St. Markus in Ransbach-Baumbach steht Mozarts große Messe in c-Moll, KV 427, auf dem Programm – ein sehr beeindruckendes, erhabenes Werk, das zu den Highlights der Musikgeschichte zählt. Ausführende sind der Kammerchor „Art of the Voice“ am Landesmusikgymnasium und die Junge Südwestdeutsche Philharmonie, die aus Musikstudenten sowie ehemaligen und aktuellen Mitgliedern des Landesjugendorchesters RLP, des Landesmusikgymnasiums und des Bundesjugendorchesters besteht. Kurzum, eine musikalische Spitzenbesetzung, die für ein ansprechendes Niveau in Kombination mit jugendlicher Frische und Spielfreude garantieren dürfte. Zusätzlich bereichert wird das Konzert durch vier Solisten, die größtenteils Absolventen des Landesmusikgymnasiums sind und inzwischen eine sehr erfolgreiche Gesangskarriere aufweisen können: Caterina Maier (Sopran), Bernadette Schäfer (Sopran), Henrik Mosel (Tenor) und Christos Pelekanos (Bass). Die Gesamtleitung liegt in den Händen von Chorleiter Martin Ramroth.

Das Konzert wird eröffnet durch den Westerwälder Domorganisten Johannes Schröder, der der Orgel in St. Markus sicherlich virtuose und bezaubernde Klänge entlocken wird.

Der Eintrittspreis beträgt 12 EUR, ermäßigt 8 EUR. Karten sind an der Abendkasse erhältlich sowie im Vorverkauf beim Sekretariat des Landesmusikgymnasiums RLP in Montabaur,
Tel.: 02602 / 13498-0
 oder unter Web: artofthevoice.de/best/order.html

 

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Kammerchor Art of the Voice

Frische, unverbrauchte Stimmen, musikalische Präsenz, Mut zu Neuem und stilistische Wendigkeit – so beschreibt sich der Kammerchor ‚Art of the Voice‘ am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz. Seit seiner Gründung Anfang 1995 erlebte das junge Ensemble in kürzester Zeit einen rasanten Aufstieg.

Bei nationalen und internationalen Wettbewerben bestätigte sich das herausragende Niveau des Chores. Das Spektrum reicht vom 1. Preis beim Schüler-Musikwettbewerb RLP über mehrere erste Preise in Folge beim Landeschorwettbewerb bis hin zum 1. Preis beim 6. Dt. Chorwettbewerb. Zu den Highlights der Chorgeschichte zählen Aufführungen von Tallis’ 40-stimmiger Motette ‚Spem in alium‘ und zahlreichen oratorischen Werken, u.a. von J.S. Bach, Bernstein, Brahms, Bruckner, Fauré, Händel, Mendelssohn, Mozart und Mutter, sowie Einladungen zu namhaften Konzertveranstaltungen wie etwa den Frankfurter Domkonzerten.

Die Junge Südwestdeutsche Philharmonie (kurz: JSWP) wurde 2015 von ehemaligen Musikern des Landesjugendorchesters RLP, des Bundesjugendorchesters und begabten Jungmusikern aus Südwestdeutschland gegründet. Das Orchester bildet eine starke musikalische Gemeinschaft, bei der es eines jeden Mitglieds Anliegen ist, junge Talente einzubinden und sie dadurch in ihrer Entwicklung zu fördern. Die Jugendarbeit ist damit integraler Bestandteil der Orchesterarbeit.

 Seit 2016 bildet die JSWP auch einen eingetragenen Verein (Sitz des Vereins: Neustadt an der Weinstraße). Mit der Gründung des Vereins hat sich das Orchester zur Aufgabe gemacht, eine selbstverwaltete Struktur zu etablieren, in der sich jedes Mitglied aktiv einbringen kann. Diese Eigenverantwortlichkeit eines jeden Orchestermitglieds wird im Verein großgeschrieben und sorgt dafür, dass sich das Orchester mit neuen Projekten und Programmen immer wieder neu erfindet.

 Kooperationen mit großen Orchestern des Südwestens wie der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz oder auch der musikalischen Akademie des Nationaltheaters Mannheim unterstreichen den hohen Anspruch des jungen Orchesters.

Christina Müller, Darius Finkbeiner

Jugend musiziert am Landesmusikgymnasium in Montabaur

Regionalwettbewerb erneut hochkarätig besetzt

(MEL, 14.01.2018) Am 27. und 28. Januar 2018 findet der 55. Regionalwettbewerb von Jugend musiziert in Montabaur statt. Rund 200 junge Talente im Alter von 8 bis 19 Jahren aus dem Rhein-Lahn- und Westerwaldkreis zeigen ihr Können. Die Duokategorien ‚Klavier- und ein Streichinstrument’, ‚Duo Kunstlied’ und ‚Klavier vierhändig oder an zwei Klavieren’ garantieren außergewöhnliche Hörerlebnisse. In den Solowertungen wird mit den Sparten Gitarre sowie Holz- und Blechbläser eine enorme musikalische Vielseitigkeit repräsentiert. Die Kategorien ‚Schlagzeugensemble’ und ‚Besondere Ensembles’ komplettieren den Wettbewerb zu einem umfassenden Klangerlebnis.

Durchgeführt wird der Regionalwettbewerb auch in diesem Jahr am Landesmusikgymnasium RLP in Montabaur, das über ideale Räumlichkeiten und Infrastruktur verfügt. Aus diesem Grund nehmen auch zahlreiche Gäste aus anderen Regionen und Bundesländern in Montabaur teil. Unterstützt wird der Wettbewerb u.a. durch die Westerwald Bank eG und vor allem durch die Sparkasse Westerwald-Sieg. „Die Förderung der Sparkasse ist uns eine große Hilfe“, so Sabine Melchiori, Wettbewerbsleiterin von Jugend musiziert. „Wir freuen uns, mit unserem Engagement den wichtigsten musikalischen Nachwuchswettbewerb Deutschlands unterstützen zu können und musikalische Talente unserer Region zu fördern“, ergänzt Peter Mohr von der Sparkasse Westerwald-Sieg.

Bundesweit nehmen rund 20.000 junge Menschen jährlich an dem 1963 gegründeten Wettbewerb teil. Die Sparkassen begleiten den Nachwuchswettbewerb auf allen Wettbewerbsebenen.

Die Teilnahme an Jugend musiziert bedeutete für viele Musikerinnen und Musiker den Einstieg in ihre professionelle Musikkarriere. Weltbekannte Stars der Klassik, wie beispielsweise Anne-Sophie Mutter, debütierten im Rahmen dieses Wettstreits.

Interessierte, die das musikalische Wettbewerbsgeschehen selbst mit verfolgen möchten, sind beim öffentlichen Wettbewerb willkommen. Nähere Infos zum Ablauf des Wettbewerbswochenendes, Zeitpläne etc. erfahren Sie unter www.musikgymnasium.de/jumu. Eine grobe Übersicht finden Sie hier.

Internat_Apresparty

Der Weg geht weiter … – Große Internats-Abrissparty am 28. April mit zahlreichen Ehemaligen

(Schneider, 29.11.2017) Die Türen unseres „Alten Internatsgebäudes“ werden sich am letzten Schultag vor den Sommerferien 2018 endgültig zum letzten Mal öffnen.

Danach heißt es: „Alles bereit zur Kernsanierung!

Ja, die gute alte Zeit ist nun vorbei und auch wir sind im 21. Jahrhundert angekommen. Nach allen Renovierungsarbeiten wird es ab Sommer 2020 nur  Einzel- und Doppelzimmer mit Nasszelle geben. Bis dahin jedoch vergeht noch einige Zeit, in der sich Internatsschüler und Schülerinnen in Vierbettzimmer und in einer Containerstadt einrichten – auch dies wird bestimmt eine erzähl- und erlebnisreiche Zeit werden.

Doch zuvor laden wir alle ehemaligen Internatler herzlich ein. Für das leibliche Wohl bitten wir um Fingerfood-Spenden für die vorbereiteten Buffettische. Getränke sind vorhanden.

Mallets von Anfang an – ein Wochenendcoaching für Schlagzeuglehrer vom 23. – 25. Februar 2018 mit Andrea Schneider

(MEL, 09.01.2018) Die Räumlichkeiten des Landesmusikgymnasiums und ihre Ausstattung bieten hervorragende Möglichkeiten auch für Lehrerfortbildungen, insbesondere im Schlagzeugbereich. Unser Schlagzeuglehrer Stefan Kohmann hat als Referentin die bekannte Percussionistin, Instrumentalpädagogin und Autorin Andrea Schneider-Hagel aus Hannover eingeladen, die über einen reichen Erfahrungsschatz sowohl im Einzel- als auch im Gruppenunterricht verfügt. Nähere Infos bietet der beiliegende Flyer.
 

Unterwegs zu neuen Abenteuern

(PAB, 03.01.2018) Das Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz bietet vielfältige Möglichkeiten des individuellen Austauschs mit Frankreich, aber auch einen Klassenaustausch, den Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen wahrnehmen können.

Die Reise führt sie dann stets zu zwei Partnerschulen in Belley und Culoz (Region Auvergne-Rhône-Alpes), die ihnen Gelegenheiten zur Entdeckung französischer Kultur und Geschichte geben.

Der Gegenbesuch fand auch dieses Jahr kurz vor Weihnachten statt, denn unsere französischen Gäste schätzen diese Zeit in Deutschland ganz besonders. Sie konnten sogar diesmal einem Weihnachtskonzert unserer Schule beiwohnen und kamen beim Empfang im Rathaus in den Genuss des von Walter Born geleiteten Gospelchors.

Historisches bildete erneut einen Schwerpunkt der Unternehmungen.

Die zweisprachige Führung durch die Gedenkstätte Hadamar hinterließ bei Franzosen wie bei Deutschen einen tiefen Eindruck.

Anfang 1944 wurden einhundert Patienten aus den Psychiatrien Hoerdt (Elsass) und Stephansfeld bei Straßburg in die NS-Tötungsanstalt Hadamar deportiert. Nur drei von ihnen kamen mit dem Leben davon.

Der Abschied beim gemeinsamen Frühstück, das schon traditionell in einer bekannten Montabaurer Bäckerei stattfand, war zwar entspannt, aber auch etwas wehmütig. Die Betreuer auf deutscher (Herr Casper, Frau Pabst, Frau Hartenfels, eine ehemalige Kollegin, die freundlicherweise eine französische Kollegin bei sich aufgenommen und uns unterstützt hatte) und französischer Seite (Madame Missmahl und Madame Brisa) freuten sich gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern über eine gelungene Woche und auf das nächste Zusammentreffen im Mai.

Aufbruchsstimmung: Jedem Abschied folgt (hoffentlich) ein Wiedersehen.

Aufbruchsstimmung: Jedem Abschied folgt (hoffentlich) ein Wiedersehen.

winter6

Weihnachtsgruß

„Gottes Weihnachtswelt ist voller Boten,
und einige sind unterwegs zu dir!“

(Albrecht Goes)

 
 
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
voller Freude blicken wir auf ein arbeits- und erfolgreiches Schuljahr zurück. Ein riesengroßes Dankeschön gilt der ganzen Schulgemeinschaft und allen Beteiligten, die zur Bewältigung des Schulalltags beigetragen haben! Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit. Ein gesegnetes, zufriedenes Weihnachtsfest, erholsame Weihnachtsferien, einen guten Start in das Jahr 2018, Glück, Gesundheit und Gottes Segen wünscht Ihnen 

das Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz
 
 
(Bild: Ingolf Pötzsch, 2017)
WWZ vom 22.12.2017

Prachtvolle Weihnachtskonzerte

Westerwälder Zeitung vom 22.12.2017

Wieder hat das Musikgymnasium RLP bei drei Weihnachtskonzerten die große Bandbreite musikalischen Könnens demonstriert. Jede und jeder Einzelne leistet dazu seinen Beitrag.

(Markus Müller)  Logistik und Unterstützung

Die drei Weihnachtskonzerte des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz, die seit Jahren in der Vorweihnachtszeit in die Stadthalle Montabaur locken, sind für alle Beteiligten eine riesige logistische Herausforderung. Das fängt schon früh bei den Schulsekretärinnen an, die den nervenaufreibenden Kampf um die Eintrittskarten bewältigen müssen. Die meisten Nerven braucht Musikkoordinator Dr. Franz-Peter Opelt, bei dem die Gesamtleitung der Konzerte liegt. Volle Aufmerksamkeit über Stunden ist auch bei der Ton- und Lichttechnik nötig (…) Blitzschnell müssen die Bühnentechniker zwischen den einzelnen Auftritten Mikrofone, Notenpulte und Stühle umstellen. Die Film- und Foto-AG sorgt für eine Aufzeichnung der Konzerte. Die Lehrer, die nicht selbst in Ensembles mitwirken oder diese leiten, beaufsichtigen die Schüler.

Schließlich wären da auch noch die Sponsoren, die zum Beispiel kostengünstig Instrumente bereitstellen. Einen wichtigen Part übernimmt auch der Förderverein mit dem aufwendig gestalteten und gedruckten Programmheft. Einen Überblick über die Investitionen des Vereins gab Vorsitzender Ulrich Schwark, der während der Konzerte gleich mehrere Musikinstrumente direkt oder auch symbolisch übergab, darunter den neuen Konzertflügel im Wert von 45 000 Euro, ein Cello für 13 000 Euro und vier neue Flügelhörner für insgesamt 7000 Euro. Ohne den Förderverein wären aber auch viele weitere Aktionen des Landesmusikgymnasiums nicht durchführbar.

Auffällig war gerade beim dritten Konzert die Anwesenheit von vielen Landespolitikern und Vertretern der Schulbehörden. Das hatte einen besonderen Grund: Nach dem erfolgreichen Jubiläumsjahr 2016 wird gerade im 26. Jahr des Bestehens im Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz immer mehr deutlich, wie dringend notwendig ein Konzertsaal ist, in dem auch große Ensembles wie das Sinfonieorchester proben können. Deshalb warb Schulleiter Richard Moser um Unterstützung für dieses Projekt, zumal direkt neben der Schule ein Bauplatz vorhanden ist.

 

Das LMG spielt für Jojo die erste Geige

Junge Violinspielerin und Sängerin ist in vielen Ensembles gefragt – Mit Spaß und Engagement durch Schulzeit

Für Johanna Melchiori sind es die letzten großen Auftritte als Schülerin des Landesmusikgymnasiums: Dafür ist die 18-Jährige aber bei allen drei Weihnachtskonzerten in der Stadthalle Montabaur noch einmal mehr als voll dabei: als Ensemblemitglied und als Solistin, als Sängerin und an der Geige. (…) „Für mich sind und bleiben die Weihnachtskonzerte die schönsten Erlebnisse in der ganzen Schulzeit“, berichtet sie.

Dafür gibt Jojo, wie sie ihren Mitschüler nennen, in diesem Jahr noch mal alles. Und das, obwohl die Abiturprüfungen schon vor der Tür stehen. Aber das ist bei den Schülerinnen und Schülern während der ganzen Schulzeit eigentlich die Regel: Immer wieder kollidieren Termine wegen musikalischer Verpflichtungen. Dadurch lernen die Musikgymnasiasten allerdings auch schon früh fürs spätere Leben, indem sie sich selbst schon optimal organisieren müssen, wenn sie möglichst viele ihrer Interessen und die schulischen wie musikalischen Anforderungen unter einen Hut bringen wollen. Für viele heißt das aber auch: Die Schulzeit ist für sie ein Vollzeitjob, der sie oft erst gegen Abend nach Hause kommen lässt und der oft genug auch für weitere Termine am Abend und an den Wochenenden sorgt.

Johanna sieht das ganz entspannt. „Musik ist halt ein großer Teil meines Lebens, was schon vom Elternhaus her vorgegeben war.“ (…) Jojo ist seit der fünften Klasse am Musikgymnasium, (…) Geige spielen hat sie schon im Alter von sechs Jahren begonnen. Gesang kam erst später dazu. Im Moment spielt und singt sie in sämtlichen Ensembles der Schule, die sich nur irgendwie (…) anbieten. „Nur die Blechbläser sind da außen vor“, lacht sie. Das eine oder andere Mal spielt sie auch die erste Geige, sprich ist die Konzertmeisterin. Wie zum Beispiel bei der Kammerphilharmonie. 

Weniger entspannt war Johanna vor ihrem Auftritt als Solistin beim zweiten Weihnachtskonzert: Sie darf als eine der ganz wenigen Schüler allein auf die Bühne. „Bisher war ich nie nervös. Doch dieses Mal hatte ich noch nicht einmal eine Klavierbegleitung!“ Mit ihrer Geige gab sie das schwere Stück „Something Wild“ des zeitgenössischen slowenischen Komponisten und Violinisten Nenad First. Nach der Wahl des Stückes hatte sich herausgestellt, dass Jojos Geigenlehrerin Klementina Pleterski nicht nur eine Landsmännin des Musikers ist, sondern sogar mit ihm studiert hatte. 

Wahrscheinlich forderte das den Übungswillen der Schülerin noch mehr heraus. Übt sie ohnehin schon täglich drei Stunden auf der Violine (wenn sich das mit den anderen Verpflichtungen vereinbaren lässt), intensivierte sie das natürlich noch vor dem Soloauftritt. Wie geht das? „Ich muss mir da schon immer was freiboxen“, (…) erzählt die Abiturientin, die natürlich Geige und Gesang studieren will. Auch ihr Studienort steht schon fest: Lübeck. Noch so ein Zeitfaktor: Dort nimmt sie schon jetzt einmal pro Monat privat Unterricht bei Violinprofessorin Maria Egelhof. Doch noch genießt sie die letzten Wochen an „ihrer“ Schule, wo jeder jeden kennt. „Und ich freue mich besonders, dass wir als 13er auch gemeinsam mit den neuen Schülern beim Chor der fünften Klassen mitsingen dürfen.“ Da schließt sich dann der Kreis der neun Jahre an dieser ganz besonderen Schule: Die einen haben den ersten großen Auftritt, die anderen schon den letzten – zumindest, was ihre Zeit am LMG in Montabaur betrifft.

Ach ja: Johannas Soloauftritt in der mit Hunderten Zuhörern voll besetzten Stadthalle Montabaur ist bestens gelaufen. Fast atemlos hörten die Menschen dem komplizierten, aber auch faszinierenden Geigensolo der jungen Musikerin zu und belohnten sie mit riesigem Applaus.

Ohne Üben läuft nichts

Walter Born, einer der engagierten Lehrer am Landesmusikgymnasium, hatte in diesem Jahr richtig Pech: Nach vielen Proben mit den unterschiedlichsten Sängern und Instrumentalisten kam dann für ihn ganz schnell das Aus: Bei Schneeglätte hatte er einen Unfall und fiel deshalb für alle drei Konzerte aus.

Die WZ hatte das Glück, ihn bei den Proben zu erleben, zum Beispiel mit den Sängern der Jazzcombo On Cue: Miguel Fialho (mittlerweile aus dem Fernsehen bekannt), Selina Bechtold, Maren Rogawski (bei den Konzerten als Sängerin im Dauereinsatz) und Johanna Melchiori. Born hatte auch viele Stücke für die Konzerte selbst arrangiert, ob nun für die Jazzensembles oder seinen Gospelchor „Born again“. Aber offenbar hatte er genug mit den Sängern und Musikern geübt. Die Auftritte funktionierten auch in seiner Abwesenheit gut – dank engagierter Kollegen. Oder die Schüler nahmen das Heft selbst in die Hand.

Bis Instrumente tönen

Zu Beginn der Weihnachtskonzerte haben immer die jüngeren Schüler das Sagen, sprich Singen und Musizieren. Das waren beim zweiten Konzert das Bläservororchester und beim dritten das Streichervororchester Sägewerk sowie der Chor der sechsten Klassen, die alle schon beachtliches Können hören ließen. Am Montag gab es neben der geballten Chormacht von Mittelstufenchor Prima La Voce! und dem Mädchenchor La Filia noch eine bestens besetzte Kammerphilharmonie mit Ungarischen Tänzen und die Schlagzeuger zu hören. 

Den Abschluss des ersten Teils von Konzert zwei und jeweils den Abschluss aller drei Weihnachtskonzerte gestalteten traditionell die verschiedenen Jazz-Ensembles der Schule: On Cue, Freeloader, The Blueberry Jazz Orchestra und The Yellow Tone Orchestra – alle vier geplant oder in Vertretung vom quirligen Paul Scheugenpflug geleitet. Der Abiturient von 2017 ist jetzt FSJler an der Schule.

Und Stimmen erklingen

Klar, dass bei den Jahreskonzerten auch die hochdekorierten Chöre des Musikgymnasiums nicht fehlen dürfen: „Art of the Voice“ ist einer vorn ihnen. Aber auch der Gospelchor brillierte beim dritten Weihnachtskonzert. Zuerst gemeinsam mit dem Sinfonieorchester mit einer prächtigen Kostprobe aus Winfried Vögeles neuem Projekt Moses (wird Ende Mai in der Stadthalle Ransbach-Baumbach aufgeführt) und dann auch noch mal allein, aber mit Solisteneinsatz. Vom Klaviersolisten bis zum Flöten-, Gitarren- und Blechbläserensemble – die Macher der drei Weihnachtskonzerte des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz wissen jedes Jahr aufs Neue die weit über 2000 Zuhörer zu begeistern: mit klassischen wie modernen Stücken, aber auch dem einen oder anderen Weihnachtslied.

 

Mehr Fotos von den Weihnachtskonzerten gibt es unter www.rhein-zeitung.de/westerwald

(4 Schülerinnen fehlen auf dem Bild.)

Verleihung der DELF-Zertifikate

(JAE, 14.12.2017) Die Fachschaft Französisch durfte sich im Dezember darüber freuen, dass der Schulleiter Herr Richard Moser 22 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9, MSS 12 und MSS 13 (zur Zeit der Prüfung im Juni noch Jahrgangsstufe 8, MSS11, MSS 12)  ihre französischen DELF-Sprachdiplome ausgehändigt hat. Alle Teilnehmer haben mit guten und sehr guten Ergebnissen die Sprachprüfung bestanden.

Die DELF-Prüfung, bestehend aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung, hatte bereits im Juni letzten Schuljahres stattgefunden. In dieser Prüfung hatten sie ihr Können über ihre Fremdsprachenkenntnisse auf unterschiedlichen Ebenen (A2, B1, B2) des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens unter Beweis gestellt. Diese Leistung wurde auf Diplomen dokumentiert, die vom französischen Bildungsministerium, dem „Ministère de l’Education Nationale“ ausgestellt wurden.

Das DELF ist ein international anerkanntes Zertifikat für Französisch als Fremdsprache. Es dient als offizieller Nachweis für französische Sprachkenntnisse bei der Immatrikulation an einer Hochschule oder der Bewerbung für eine Arbeitsstelle in Frankreich, Belgien, Kanada und der Schweiz.

Weihnachtskonzerte 2017

Weihnachtskonzerte des Landesmusikgymnasiums

(MEL, 01.12.2017) Auch dieses Jahr lädt das Landesmusikgymnasium in Montabaur herzlich zu seinen drei großen Weihnachtskonzerten ein.

Sie finden am Freitag, 15.12., Montag, 18.12., und Dienstag, 19.12. jeweils ab 19.30 Uhr im Haus Mons Tabor statt.

Man darf sich auf drei abwechslungsreiche abendfüllende Konzertprogramme freuen, die von den zahlreichen Ensembles der Schule gestaltet werden: Sinfonieorchester, Kammerorchester, Sinfonisches Blasorchester, Big Bands, mehrere Chöre, verschiedene Kammermusikensembles. Sie alle, aber auch einige Solisten, zeigen die Bandbreite der Ausbildung und das hohe musikalische Niveau der Schule, das in diesem Jubiläumsjahr erneut durch eine Reihe von Preisen und großartigen Konzerten bestätigt wurde. Aber auch der Unterhaltungsfaktor und die stilistische Vielfalt werden groß geschrieben, sodass sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei sein wird.

Die Publikumsresonanz ist jedes Jahr aufs Neue enorm, aber es gibt ein Restkontingent von Karten für den freien Verkauf zu 15 bzw. 7,50 € unter 02602-13498-0, vor allem für Montag, den 18.12.

Das detaillierte Programm der drei Konzerte finden Sie hier.

„Stolpersteine pflegen“

(Bericht von Linda Brüggemeyer, Jana Moritz und Claus Peter Beuttenmüller, 10a, 30.11.2017)

Stolpersteine Stern Willi BettyEr ist im Städtchen Montabaur ein geachteter Mitbürger, ein deutsch-national denkender ehemaliger Weltkriegssoldat, ein erfolgreicher Kaufmann und sorgt als Familienvater für Frau Betty und Sohn Alfred: Willi Stern.

Weil er aber auch Jude und zeitweise sogar Vorsteher der örtlichen Synagogen-Gemeinde ist, wird er seit der „Machtergreifung“ des Nationalsozialismus gesellschaftlich diskriminiert und wirtschaftlich ruiniert. Obwohl schon etliche jüdische Familien ausgewandert sind, obwohl ihr eigenes Haus in der Bahnhofstraße 24 nach der „Reichskristallnacht“ nicht mehr bewohnbar ist, obwohl sie an diesem für die deutsche Geschichte so beschämenden Tag gedemütigt und misshandelt werden, obwohl Willi Stern danach fünf schreckliche Wochen im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert ist, können er und seine Frau sich nicht dazu entschließen, Deutschland zu verlassen. Nur ihr einziges Kind, der 13-jährige Alfred, wird 1939 mit einem „Kindertransport“ in das sichere England evakuiert. Seit dem Abschied auf dem Bahnhof hat er seine Eltern nicht mehr gesehen, denn die werden im Juni 1942 „in den Osten“ deportiert. Seitdem fehlt von den Montabaurer Bürgern Willi und Betty Stern jede Spur, wahrscheinlich wurden sie im Konzentrationslager Sobibor ermordet.

Ähnlich erging es etwa 25 weiteren jüdischen Menschen aus Montabaur, die eine Deportation nicht überlebt haben. Bei den meisten weiß man nichts von den Umständen ihres Lebens und ihres Todes nach dem Abtransport aus Montabaur, keinen zuverlässigen Todesort, kein auch nur ungefähres Todesdatum und schon gar nichts von einem Grab. Unfassbar, dass sich solche menschlichen und gesellschaftlichen Tragödien vor noch nicht einmal 80 Jahren mitten unter uns abgespielt haben.

Stolpersteine Demnig MT 2012Wer heute aufmerksam durch die Straßen geht, kann aber wieder Zeichen dieser bedrückenden Lebensgeschichten erblicken: die „Stolpersteine“. Gunter Demnig, ein Künstler aus Berlin, rief Mitte der 1990er Jahre das Projekt „Stolpersteine“ ins Leben. Seitdem hat er in Deutschland aus rund 55.000 kleinen Messingplatten, die wie Pflastersteine in den Bürgersteigen verankert sind, das weltweit größte „dezentrale Mahnmal“ geschaffen. Sie informieren  – anders als die großen, zentralen Denkmäler für verschiedene Opfergruppen –  jeweils über Name, Geburtsdatum, Zeitpunkt der Deportation und Todesort jeweils nur einer einzigen Person und geben so den Opfern der Nationalsozialisten, die oftmals in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert und anonym getötet wurden, ihre Identität wieder zurück. Dazu gehört auch, dass der Standort dieser Steine jeweils dort gewählt wird, wo die Betroffenen zuletzt aus freiem Willen wohnten, und wo ihre bürgerliche Ausgrenzung und zuletzt ihr Verschwinden von den Nachbarn bemerkt worden sein musste.

Die Idee eines solchen Gedenkens ist umstritten, und auch in Montabaur wurde die Entscheidung zur Verlegung von Stolpersteinen vom Stadtrat 2006 abgelehnt. Erst das persönliche Engagement von Gerald Stern, des in England lebenden Sohnes von Alfred Stern, erbrachte beim zweiten Anlauf 2011 eine knappe Mehrheit für die Unterstützung dieser von privaten Spendern finanzierten Aktion gegen das kollektive Vergessen.

Mit der Verlegung stellt sich aber auch die Frage, wie man weiter mit diesen Gedenkplatten umgeht, die nach und nach verschmutzen. Stellen sie durch die Abnutzung und die Patina von Straßendreck selbst einen Teil der Geschichte dar und dürfen deshalb nicht verändert werden? Oder wahrt man auch die Würde des Menschen, an den erinnert wird, wenn man „seinen“ Stein schön sauber und damit auch gut sichtbar hält?

Wir sind der Meinung, dass diese Erinnerungsstücke weiterhin gut sichtbar für alle Passanten erhalten bleiben müssen. Dadurch wird der Sinn der Stolpersteine als lebendige Gedenkform deutlich, Passanten werden zum Nachdenken angeregt und können begreifen, dass die nationalsozialistischen Verbrechen über Jahre hinweg mitten in der Gesellschaft an Mitgliedern dieser Gesellschaft verübt wurden. Deshalb hat auch das Landesmusikgymnasium 2013 eine Patenschaft zur Pflege von einigen der Stolpersteine in Montabaur übernommen, und auch dieses Jahr hat sich eine kleine Gruppe aus der Klasse 10a zusammengetan, um diesen Stolpersteinen zu neuem Glanz zu verhelfen.

Stolperstein-Aktion 2017-11-06 (47)Für uns war es sehr emotional, jeweils an Ort und Stelle vom Schicksal und Leben der einzelnen Opfer zu hören und zu begreifen, dass hinter jedem Stein tatsächlich ein Menschenleben mit einer eigenen, tragischen Geschichte steckt: Zum Beispiel Alois Skatulla aus der Biergasse, der wegen seiner nazi-kritischen Sprüche denunziert und 1945 noch kurz vor dem Einrücken der Amerikaner von einem Standgericht der SS erschossen wurde; oder Albert und Billa Kahn sowie Adolf und Betty Heimann mit ihrer Tochter Ingeborg vom Vorderen Rebstock, die schon um die 60 Jahre alt waren und nach Zwangsumsiedlung und einem Jahr entwürdigender Zwangsarbeit im Zwischenlager Friedrichssegen bei Lahnstein in den Vernichtungslagern Treblinka und Sobibor getötet wurden, nur weil sie Juden waren.

Symbolisch war für uns auch das Niederknien beim Putzen der Steine als ganz unbeabsichtigte Geste des Respekts gegenüber den getöteten Menschen. Die in neuem Glanz strahlenden Stolpersteine können uns an die unbegreiflichen Grausamkeiten der Vergangenheit erinnern und uns mahnen, sie niemals in Vergessenheit geraten lassen. Wir sollten es als unsere Aufgabe sehen, eine Verharmlosung der Geschichte zu verhindern.

Stolperstein-Aktion 2017-11-06 (14) Stolperstein-Aktion 2017-11-06 (36)