Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz

Kategorie Archiv: Pressespiegel


Baubeginn für Konzertsaal steht in den Sternen

Westerwälder Zeitung vom 13.07.2019

Land äußert sich nur noch vage zu einer neuen Aula am Montabaurer Musikgymnasium

Seit Jahren hofft man am Landesmusikgymnasium auf den Bau eines eigenen Konzertsaals, damit die Darbietungen der Schule unter besseren akustischen Rahmenbedingungen präsentiert werden können. Die Möglichkeit, dass dieses Projekt irgendwann umgesetzt wird, besteht zwar noch immer. Die Chancen sind in den vergangenen Monaten aber eher gesunken: Während das Bildungsministerium immer wieder auf die hohen Kosten für einen Aulabau von rund 10 Millionen Euro verweist und dies als Hauptgrund für die zögerliche Entscheidungsfindung nennt, ließ der Schulträger gleichzeitig Optionen für eine mögliche Reduzierung der Ausgaben ungenutzt verstreichen.

So erfuhr unsere Zeitung unter anderem, dass es Angebote privater Spender gab, den Bau einer Konzerthalle großzügig zu unterstützen. Das Land signalisierte zu diesem Zeitpunkt aber kein Interesse an einem baldigen Baubeginn. In jüngerer Vergangenheit hätte nunmehr zumindest die Möglichkeit bestanden, mit dem Westerwaldkreis über Synergieeffekte beim Neubau der Anne-Frank-Realschule zu sprechen. Diese wird in unmittelbarer Nachbarschaft des Musikgymnasiums entstehen und unter anderem Räume für die Kreismusikschule enthalten. Während der Landkreis für dieses Projekt aber mittlerweile schon eine konkrete Raumplanung beschlossen hat, ist beim Land noch völlig offen, wie es mit den Plänen für eine Konzertaula weitergeht.

Zuletzt äußerte sich Bildungsministerin Stefanie Hubig eher unverbindlich zu dem Thema: In einer Ausschusssitzung im Juni bestätigte sie zwar, dass die Raumsituation für Konzerte aktuell nicht optimal ist. Sie verwies aber gleichzeitig auf Investitionen von mehr als 10 Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bereits getätigt wurden. (…) Bei einer baulichen Verbesserung der Situation für Konzerte müsse deshalb die finanzielle Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, ergänzte Hubig. Noch vor einem Jahr hatte sich das Bildungsministerium deutlich konkreter zu dem Thema geäußert. Damals war sogar ein Baubeginn im Jahr 2021 in Aussicht gestellt worden. Davon ist aktuell keine Rede mehr.

Die Elternvertretung wird indes nicht müde, die Notwendigkeit eines Aulabaus zu betonen. Bislang muss für Konzerte stets die Turnhalle ausgeräumt werden. Zusätzlich wird dann der Boden gedämmt und die Halle provisorisch verdunkelt, damit die Bedingungen zumindest einigermaßen für Konzerte geeignet sind. (…) „Von einer Aula würde auch die Allgemeinheit profitieren“, meint Schulelternsprecher Ralf Stammberger. Die Konzerte des Musikgymnasiums würden noch von deutlich mehr Menschen besucht, wenn sie nicht in einer provisorisch hergerichteten Turnhalle angeboten würden, ist der Elternsprecher überzeugt. Gerade für eine Schule, die immer wieder Berufsmusiker und Preisträger bei bundesweiten Wettbewerben hervorbringt, seien angemessene Bedingungen für Konzerte besonders wichtig. „Eine Konzertaula hat auch eine andere Außenwirkung als eine Turnhalle“, ergänzt der Schulelternsprecher.

Die Chance auf Synergieeffekte durch eine Kooperation mit anderen Schulträgern ist indes noch nicht komplett vertan. Zwar sieht der Westerwaldkreis keine Möglichkeit, beim Neubau der Kreismusikschule mit dem Land zusammenzuarbeiten. „Die Kreismusikschule benötigt keinen Konzertsaal, sondern lediglich Unterrichtsräume“, teilt hierzu Landrat Achim Schwickert mit. Es könnte aber Sinn ergeben, mit dem Land und der Verbandsgemeinde Montabaur über ein gemeinsames Sporthallenprojekt nachzudenken, ergänzt der Kreischef. Der Landkreis werde seine Sporthalleneinheit an der alten Anne-Frank-Schule nach dem Umzug wohl aufgeben. Möglicherweise brauche auch die VG Montabaur als Träger der Heinrich-Roth-Schule Platz für den Schulsport. Sollte sich das Land dazu entschließen, den Konzertsaal durch einen Umbau der eigenen Turnhalle zu realisieren, hätte auch das Peter-Altmeier-Gymnasium (PAG) Bedarf für zumindest eine neue Sporthalleneinheit, meint Schwickert. 

Die Kosten wären in einem solchen Fall womöglich geringer als die geschätzten 10 Millionen Euro für einen kompletten Aula-Neubau auf dem Hartplatz des PAG. „Allerdings ist das Land Rheinland-Pfalz bisher noch nicht auf den Kreis mit solch einem Ansinnen zugekommen“, so der Landrat. Bevor der Schulträger nicht geklärt hat, ob man die Konzertaula überhaupt will, sind somit auch keine Kooperationsgespräche zu erwarten.

 

Isabelle liebt den Klang der Violine

Westerwälder Zeitung vom 03.07.2019

13-Jährige gewinnt mit ihrem Geigenspiel einen ersten Preis beim Bundesentscheid von Jugend musiziert

Für Isabelle Raviol aus Montabaur ist Geigespielen eine Leidenschaft. Jetzt holte sie den ersten Preis beim Bundeswettbewerb in der Kategorie „Violine solo“. Foto: privat

Für Isabelle Raviol aus Montabaur ist Geigespielen eine Leidenschaft. Jetzt holte sie den ersten Preis beim Bundeswettbewerb in der Kategorie „Violine solo“. Foto: privat

(Sabrina Rödder)  Ein bisschen gehofft, dass sie es bis zum Bundeswettbewerb schafft, hatte sie es im Vorfeld schon. Dass es dann aber tatsächlich geklappt hat, darüber freut sich Isabelle Raviol aus Montabaur sehr. Und dass sie dann auch noch einen ersten Bundespreis in der Wertungskategorie Violine solo abstaubt, macht sie besonders glücklich. Das viele Üben hat sich also ausgezahlt. (…) Als unserer Zeitung die 13-Jährige zu einem Gespräch trifft, war sie kurz zuvor bereits zur Probe bei ihrer Lehrerin in Mainz, um danach noch ein wenig allein zu Hause zu üben.

Die Geige spielt eine wichtige Rolle im Leben der Schülerin, die das Landesmusikgymnasium besucht. Neben dem Musikunterricht in der Schule fährt sie zweimal wöchentlich nach Mainz zum Einzel- beziehungsweise Gruppenunterricht. Ihre Lehrerin ist Dozentin an der Mainzer Hochschule für Musik, hat vor einigen Jahren zudem eine eigene Streicherakademie gegründet. Wer glaubt, dass Isabelles Übepensum damit schon erreicht wäre, liegt falsch. Danach wird zu Hause weitergespielt – bis zu vier Stunden täglich. Isabelle sagt dazu: „Es ist das, was mir am meisten Spaß macht.“ Schon jetzt weiß die 13-Jährige, wo es sie später beruflich einmal hinführt: „Ich möchte Geigerin werden.“ Ihre Mutter ist ebenfalls sehr musikalisch, sie ist Cellistin. Daher weiß sie: „Es ist kein einfacher Weg, aber Isabelle möchte das unbedingt.“

Die Teilnahme an dem Bundeswettbewerb in Halle war für die Jugendliche aus Montabaur der erste Wettbewerb auf Bundesebene. (…) Vor einer vierköpfigen Jury plus Publikum führte die Schülerin 15 Minuten lang drei Stücke vor (W.A. Mozarts Violinkonzert in G-Dur, 3. Satz; Witold Lutoslawski, Recitativo e Arioso; Pablo de Sarasate, Introduction et Tarantelle). Gemeinsam mit 124 weiteren Teilnehmern trat sie in der gleichen Kategorie in derselben Altersgruppe an. Dabei war sie die einzige Rheinland-Pfälzerin, die einen ersten Preis erhielt. „Die Geige hat für mich den schönsten Klang von allen Instrumenten. Man kann mit ihr Menschen am ehesten berühren“, sagt Isabelle, die Geige seit ihrem sechsten Lebensjahr spielt. 

Manchmal kann es bis zu einigen Monaten dauern, bis sie ein Stück perfekt beherrscht, erzählt sie. Isabelles Mutter spricht aus eigener Erfahrung: „Aber auch nach 20 Jahren ist man nicht fertig. Man kann sich immer noch verbessern.“

Neben Geige spielt die Schülerin zudem Klavier. Auch hiermit hat sie vor zwei Jahren einen Preis gewonnen. Bis zum Landeswettbewerb hatte sie es da geschafft. Für den Bundeswettbewerb war sie aber damals noch zu jung. Mittlerweile konzentriert sich die 13-Jährige aber voll und ganz aufs Geigenspiel. Da ist es eher ihre Mutter, die häufiger mal am Klavier sitzt; zum Beispiel, wenn sie ihre Tochter begleitet.

Wenn Isabelle auf ihrer Violine spielt, einem Neubau von Geigenmeister Thomas van der Heyd, dann stellt sie sich stets vor, wie sie ein Stück gestalten möchte, beschreibt sie. Wenn ein Wettbewerb oder ein Vorspiel ansteht, stellt sie sich auch vor, wie sie vor Publikum performt. Zum Vorbild hat sich Isabelle die niederländische Geigerin Janine Jansen genommen: „Ihre Interpretationen und einfach die Art, wie sie spielt, finde ich toll.“

 

38 Musiker aus der Region waren beim Entscheid dabei

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 38 Musiker der Regionen Rhein-Lahn und Westerwald (davon 37 vom Landesmusikgymnasium) hatten sich für den Bundesentscheid „Jugend musiziert“ in Halle qualifiziert – bei einer Gesamtteilnehmerzahl von mehreren Tausend. Und sie haben beachtliche Erfolge erzielt. In einer Pressemitteilung des Landesmusikgymnasiums heißt es: „Viel wichtiger als die Punktzahl ist den jungen Musikern jedoch die Erfahrung, eine Woche in die Wettbewerbsatmosphäre einzutauchen, sich mit Gleichaltrigen auf bundesweit höchstem Niveau zu messen, voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern.“

Und das ist die Gesamtstatistik sowie die Einzelübersicht der Ergebnisse: 36 Teilnehmende (neun Solisten, fünf Begleiter, 22 Ensemblespieler): acht erste Bundespreise (eine Solistin, ein Begleiter und sechs Ensemblespieler); acht zweite Bundespreise (drei Solisten, zwei Begleiter, drei Ensemblespieler); 15 dritte Bundespreise (drei Solisten, ein Begleiter, elf Ensemblespieler); fünfmal das Prädikat „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“ (zwei Solisten, ein Begleiter, zwei Ensemblespieler).

 

Wertungskategorie Violine solo: Isabelle Raviol (Montabaur): 24 P., 1. Bundespreis.

Wertungskategorie Viola solo: Alban Matthiaß (Duisburg): 18 P., mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. Max Leonhard Pötzl (Rhein-Lahn-Kreis): 23 P., 2. Bundespreis.

Wertungskategorie Violoncello: Nehir Ertopcu (Dernbach): 19 P., mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. Björn Gard (Spiesen-Elversberg): 20 P., 3. Bundespreis. Jan Milajev (Montabaur): 20 P., 3. Bundespreis. 

Wertungskategorie Akkordeon solo: Oliver Bicanic (Koblenz): 21 P., 3. Bundespreis.

Wertungskategorie Percussion solo: Lukas Pfunder (Koblenz): 22 P., 2. Bundespreis. Joelle Lieser (Ebernhahn): 23 P., 2. Bundespreis.

Begleiter: Luise Kaiser (Montabaur): 20 P., 3. Bundespreis. Nikita Krapp (Montabaur): 24 P., 1. Bundespreis. Evgenia Gienko (Untershausen): 18 P., mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. Irina Tarase (Elgendorf): 22 P., 2. Bundespreis. Maria Armitli (Heimbach-Weis): 22 P., 2. Bundespreis.

Wertungskategorie Vokalensembles: Matthias Herrmann (Polch) / Hagen Stahnecker (Koblenz): 20 P., 3. Bundespreis. Luise Schupp (Balduinstein) / Mihai Tarase (Elgendorf): 24 P., 1. Bundespreis. Elia Puttich (Nörtershausen) / Simeon Stammberger (Montabaur) / Ben Axer (Erftstadt): 23 P., 2. Bundespreis. Hannah Zeus (Ettringen) / Alexandra Herrmann (Montabaur): 24 P., 1. Bundespreis. Emma Reßmann (Salz) / Miguel Fialho (Gemünden): 21 P., 3. Bundespreis. Nina Berkemer (Ibbenbüren) / Julian R. Müller (Höchstenbach): 21 P., 3. Bundespreis.

Wertungskategorie Duo Holzblasinstrument/Klavier: Clemens Prégardien (Gückingen) / Lea Wagenbach (Weroth): 18 P., mit sehr gutem Erfolg teilgenommen. Clara Wagner (Dreikirchen) / Mihai Tarase (Elgendorf): 21 P., 3. Bundespreis. Charlotte Dohr (Bullay) / Julian Dockendorf (Bitburg): 24 P., 1. Bundespreis.

Wertungskategorie Klavier Kammermusik: Charlotte Dohr (Bullay) / Rebecca Wiesend (Montabaur) / Alban Matthiaß (Duisburg): 21 P., 3. Bundespreis.

 

Vom Orchesterdonner gerührt

Nassauer Neue Presse vom 14.06.2019

Peer-Gynt-Aufführung der Musikgymnasiasten lässt Grundschülern den Atem stocken

PeerGynt_NNP(Anken Bohnhorst)  Märchen können gruselig und spannend sein – auch in vertonter Form. Das erlebten jetzt rund 200 grundschulkinder im Bürgerhaus von Eschhofen, für die das Sinfonieorchester des rheinland-pfälzischen Musikgymnasiums aus Montabaur spielte. (…)

 

 

Mit feiner Musik für Finanzspritze gedankt

Westerwälder Zeitung vom 08.06.2019

Neue Stipendiaten der Sparkasse Westerwald-Sieg erfreuten Zuhörer in Montabaur mit teils ungewöhnlichem Klang

(Markus Müller) Wer musikalisch was werden will, muss schon früh in ein ordentliches Instrument investieren oder als Sängerin Geld für den notwendigen Klavierunterricht ausgeben. Das gilt gerade auch für die besonders begabten Schüler des Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz in Montabaur, denen auch der an der Schule gebotene hochwertige Unterricht alleine nicht ausreicht. Und für das eigene Instrument ist ohnehin jeder Schüler selbst zuständig. In vielen Fällen gehen die Kosten dafür schnell in die Tausende. Da kommt jede zusätzliche Geldspritze wie gerufen. Deshalb fördert die Sparkasse Westerwald-Sieg mit ihrer Stiftung jedes Jahr eine Reihe von Stipendiaten. Diese wiederum bedanken sich mit einem besonderen Konzert in der Schalterhalle der Geschäftsstelle in Montabaur.

Die hohe Qualität dieses Stipendiatenkonzertes hat sich mittlerweile herumgesprochen. Deshalb war die Halle trotz ordentlicher Hitze voll besetzt. (…) Den Zuhörern wurde wieder ein buntes und abwechslungsreiches Programm mit musikalischen Spitzenleistungen geboten. Aber schließlich gehören die meisten junge Musiker und Sängerinnen auch zu den Preisträgern oder zumindest Teilnehmern am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, wie Schulleiter Richard Moser betonte, der auch mit vielen Zusatzinformationen zu den Stücken und ihren Interpreten durchs Programm führte.

Mit einem fröhlichen Stück von Francois-Joseph Nadermann eröffnete Carlotta Crone auf ihrer Harfe das Programm und ließ ihre Finger nur so über die Saiten fliegen. Mit „Aria e danza“ des Letten Peteris Vasks ließen Stipendiatin Emely Schwickert am Klavier mit Jana Moritz auf der Querflöte recht ungewöhnliche Klänge folgen (…) Zum ersten Mal war dann beim Stipendiatenkonzert eine Bratsche zu hören. Die spielte Alban Matthiaß. Zusammen mit Stipendiatin Evgenia Gienko am Klavier gab er ein Stück des Briten Frank Bridge zum Besten. Als jüngste Stipendiatin zeigte Patricia Sommer auf gleich zwei Blockflöten ihr schon großes musikalisches Können mit zwei schönen Melodien von Giovanni Riccio und Roberto Valentino. Korrepetitor war hier auf dem Cembalo Andreas Frese, der auch weitere Stipendiaten dann noch auf dem Klavier unterstützte. Wie zum Beispiel Arda Dincer, der auf seiner Trompete das bekannte Trompetenkonzert in Es des böhmischen Komponisten Johann Neruda erstrahlen ließ. Selbst auf dem Klavier gab Julian Robin Müller zwei Fantasiestücke von Robert Schumann.

Gleich mehrere gelungene Stücke aus „Trockene Blumen“ von Franz Schubert setzte Sina Hannappel auf der Querflöte musikalisch in Szene, während Jakob Klocke auf dem Klavier mit der Sonate Es von Joseph Haydn ausdrucksstark und mit Tempo glänzte. Die „Sonate in einem Satz“ von Alexander Tcherepnin intonierte Stipendiatin Clara Wagner souverän auf ihrer Klarinette und wurde dabei von Mihai Tarase am Klavier begleitet. (…) Gleich zwei Stipendiatinnen traten anschließend gemeinsam auf und wurden bei ihren drei Gesangsvorträgen von Irina Tarase am Piano begleitet: Alexandra Hermann und Hannah Zeus begannen mit der klassischen „Cantate“ von Georg Friedrich Händel (…), um dann auch noch mal bei Kurt Weills „Eifersuchtsduett“ ihre schönen und schon sehr geschulten Stimmen hören zu lassen.

Mit sehr ausdrucksstarkem Klarinettenspiel einer Sonata von Edwin Bowen bewies Charlotte Dohr, dass sie ihr Stipendium mehr als verdient hat. Am Klavier unterstützte sie Julian Dockendorf. Und zum Schluss gab es noch mal das Piano solo: Marita Armitli spielte Frederic Chopins Etude Nr. 10 nicht nur gekonnt, sondern auch mit viel Gefühl und entließ damit die Zuhörer, die nicht mit Applaus sparten, aus einem sehr abwechslungsreichen, lehrreichen und unterhaltsamen Stipendiatenkonzert.

Landesmusikgymnasium rockt die Welt

Westwerwälder Zeitung vom 08.06.2019

Zwei Orchester aus Montabaur beim Europäischen Jugendmusikfestival in Belgien erfolgreich

Mehr als 3500 verschiedene Musiker in fast 100 verschiedenen Ensembles aus fast 30 verschiedenen Ländern haben an dem internationalen Musikfestival in Neerpelt (Belgien) teilgenommen. Das Sinfonische Blasorchester und die Kammerphilharmonie musica viva des Landesmusikgymnasiums Montabaur waren dabei und erhielten herausragende Bewertungen durch die internationale Jury.

Einen ersten emotionalen, wohl unvergesslichen Höhepunkt erlebten die knapp 90 jungen Musiker aus dem Westerwald bei ihrem Happening-Konzert vor mehr als 2000 Zuschauern, in dem beide Orchester zusammen einen riesigen Flashmob starteten: Die Halle tobte zu den Streicher- und Bläserklängen von Tschaikowsky und Guns’n’Roses. In den Wertungsspielen vor Juroren aus fast allen Kontinenten und von renommierten Musikhochschulen und Akademien zeigten die Ensembles dann nochmals, was in ihnen steckt: Beide erlangten unter ihren Dirigenten Philipp Hebgen und Tobias Simon jeweils einen ersten Preis, die Kammerphilharmonie erlangte sogar die höchstmögliche Wertung „summa cum laude“ und hatte die Ehre, am abschließenden Laureatenkonzert als eines von nur vier aus knapp 100 ausgewählten Ensembles zu spielen. Doch neben musikalischen Erfolgen steht der Wettbewerb ganz besonders auch für Grundwerte wie gegenseitigen Respekt und internationale Gemeinschaft. Passend dazu hat das Festival seit nun mehr als 60 Jahren das Motto „Alle Menschen werden Brüder“.

Bei Verbrüderungskonzerten mit Ensembles aus anderen Ländern, spätestens jedoch, als sich bei der Ergebnisverkündung alle Teilnehmer die Hände reichten und gemeinsam Beethovens „Ode an die Freude“ sangen, war jedem der Nachwuchstalente klar, welchen unglaublichen Wert die Gemeinschaft, der Dialog zwischen den Kulturen und die verbindende Wirkung der universellen Sprache der Musik doch haben.

Das Europäische Jugendmusikfestival in Neerpelt findet seit 1953 jährlich abwechselnd für Vokal- und Instrumentalmusik statt. Immer Anfang Mai treffen sich mehrere Tausend Musiker von Südafrika bis Finnland, von Ecuador bis Weißrussland in einer Kleinstadt, die sich an den Festivaltagen im Ausnahmezustand befindet. Über drei Tage hört man an allen möglichen Orten in der Stadt Musik. Die Einwohner nehmen als Gastfamilien Musiker bei sich auf, bereiten als ehrenamtliche Helfer Tausenden Teilnehmern warme und kalte Mahlzeiten zu, hören sich die Konzerte der verschiedenen Ensembles an oder führen die Gruppierungen als Hosts und Hostessen durch die Stadt.

Aufbruchswillen bei jungen Menschen

Nassauische Neue Presse vom 05.06.2019
 
Gospelchor „Born again“ überzeugt in der Pfarrkirche St. Christophorus
(V. Podlich)
 
NNP05062019

Pianist Denys Proshayev verzaubert Zuhörer

Westerwälder Zeitung vom 04.06.2019

Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbes der ARD war im Rittersaal von Schloss Montabaur zu hören

(H.-P. Metternich)  Klavier- und Kammermusikabende im Berliner Konzerthaus, in Philharmonien von St. Petersburg und Kiew, im Salle Molière in Lyon, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, beim Tonebank Festival in den USA – und nun auch im Rittersaal auf Schloss Montabaur. Mit dem Pianisten Denys Proshayev, Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbes der ARD, hat das Kulturbüro der Stadt Montabaur nicht nur bei den Freunden dieses Genres einen Volltreffer gelandet. 

Doch das Ziel für diesen „Volltreffer“ haben das Landesmusikgymnasium (LMG) und der Pianist gemeinsam mit abgesteckt, wie der Leiter des LMG, Richard Moser, bei der Begrüßung der Zuhörer deutlich machte. „Seit 2018 leitet Denys Proshayev eine Klavierklasse an unserer Schule. Er tritt die Nachfolge von Natalia Adomeit an“, so Richard Moser, der diese Soiree bildhaft mit einem „Einstandskonzert“ verglich. „Klangmagier“, „Russischer Eusebius“ und „brillanter Virtuose von ganz großem Format“ sind nur einige Attribute, die die Musikkritik dem Pianisten Denys Proshayev, der im weißrussischen Brest geboren ist, seit seinem Gewinn des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD zuschreibt. Dass diese Attribute keine leeren Phrasen sind, musste der begnadete Pianist nicht erst im Schloss Montabaur unter Beweis stellen, denn spätestens mit dem ARD-Preis folgte für den Pianisten der internationale Durchbruch. Mit fünf Präludien und Fugen aus „Das Wohltemperierte Klavier“ von Johann Sebastian Bach eröffnete Denys Proshayev das Konzert im Rittersaal auf Schloss Montabaur, das den Zuhörern eineinhalb Stunden lang Klaviermusik auf allerhöchstem Niveau bescherte. 

Ein Zuhörer verglich in der Pause die spritzigen bach’schen Präludien mit einem „sprudelnden Quell“. Aus diesem „Quell“, will heißen von Denys Proshayev, werden wohl künftig am Landesmusikgymnasium Klavierschüler schöpfen können. Da darf das Musikgymnasium mit Recht stolz sein, einen solchen Virtuosen, der eine Gastprofessur am Königlichen Konservatorium Den Haag inne hat, im Lehrerkollegium zu haben. Seine Virtuosität bewies Denys Proshayev nicht minder mit den „Waldszenen op. 82“ von Robert Schumann. In dem Zyklus aus neun Charakterstücken mit den Satzbezeichnungen von sehr zart (Vogel als Prophet), über „höchst lebhaft“ (Jäger auf der Lauer) bis hin zu rasch und kräftig“ (Jagdlied), hebt sich das Stück „Vogel als Prophet“ hervor, das, wie es heißt, schon seit Anton Rubinstein als Prüfstein pianistischer Anschlagskunst im Konzertsaal heimisch ist. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass der, wie es schien, durchgeistigte Pianist, diesen „Prüfstein“ gleichsam spielend bewältigte. Ebenso wie die Sonate Nr.10, op. 70 von Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, bei der Denys Proshayev seine Kunstfertigkeit bis ins Detail auslebte. „Mein Gott, was für eine Musik“, schwärmte am Ende ein faszinierter Zuhörer, der mit seiner spontanen Beifallsbekundung wohl allen, die dieses „Einstandskonzert“ auf Schloss Montabaur miterlebten, aus dem Herzen gesprochen hat.

 

Sparda-Bank fördert junge Musiktalente

Westerwälder Zeitung vom 29.05.2019

Mit einer Spende in Höhe von 3000 Euro hat der Sparda-Gewinnsparverein die Musiktage Montabaur unterstützt, die im Mai im Landesmusikgymnasium stattfanden. Gerd Walldorf von der Sparda-Bank Südwest in Montabaur überreichte die Spende an den Förderverein Musiktage Montabaur, vertreten durch Dr. Franz-Peter Opelt, während des Unterrichts der zehnten Klasse des Landesmusikgymnasiums. Walldorf dankte allen Sparda-Bank-Kundinnen und -Kunden, die Gewinnsparlose kaufen und damit das soziale Engagement der Bank ermöglichen.

JunioWahl2019

Bei Schülern hatten Grüne die absolute Mehrheit

Westerwälder Zeitung vom 29.05.2019

Juniorwahl geht für die Volksparteien schlecht aus

(Marvin Conradi) Während die Volksparteien noch darüber diskutieren, wie sie die junge Generation zurückgewinnen können, durften die Schüler des Landesmusikgymnasiums schon einmal zu einer Testwahl schreiten – und das Ergebnis dürfte CDU und SPD gar nicht gefallen. Die Grünen setzten sich bei den Schülern deutlich durch und erreichten mit 55,7 Prozent sogar die absolute Mehrheit. Es folgten die FDP mit 10,7 Prozent, die SPD mit 7,4 Prozent und die PARTEI mit 6,7 Prozent. Die Satirepartei lag damit sogar noch vor der CDU, die nur auf 3,6 Prozent der Stimmen kam – genauso viele wie die Tierschutzpartei. Die Linke und die Freien Wähler erreichten schließlich jeweils 2,0 Prozent. Die AfD erhielt keine einzige Stimme von den Jugendlichen.

Seit dem Jahr 1999 haben Schüler die Möglichkeit, sich fiktiv an der Europawahl zu beteiligen. Die sogenannte Juniorwahl bietet Jugendlichen die Chance, sich langsam für das politische Geschehen zu interessieren. So auch am Landesmusikgymnasium Montabaur: Insgesamt 171 Schüler von der 9. bis zur 12. Klasse hatten die Möglichkeit, bei einer fiktiven Europawahl ihre Stimme abzugeben. 149 Schüler nutzten diese Chance, was einer Wahlbeteiligung von 87,1 Prozent entspricht. Die Juniorwahl wurde bereits vergangene Woche durchgeführt, das Ergebnis wurde aber erst nach dem Wahlsonntag veröffentlicht.

Dass die Juniorwahl keinen Einfluss auf das aktuelle politische Geschehen hat, ist den Schülern und Lehrern durchaus bewusst. Den Jugendlichen soll vielmehr die Freude an politischer Beteiligung vermittelt sowie das Interesse für Politik gefördert werden. Bereits vier Wochen vor den Wahlen setzten die Schüler sich mit dem Projekt auseinander und bereiteten sich intensiv auf die Wahl vor. Unter anderem erklärten die Lehrer den Ablauf einer Wahl und gingen mit den Schülern im Unterricht verschiedene Parteiprogramme durch. Die Wahlbenachrichtigungen haben die Schüler fristgerecht eine Woche vor der Wahl erhalten. Auch das Wahllokal, die Bibliothek des Landesmusikgymnasiums, war – wie bei einer richtigen Wahl – präzise vorbereitet. Zwei Wahlkabinen standen den Jugendlichen zur Verfügung, wobei immer mindestens fünf junge Wahlhelfer anwesend waren und den Schülern mit Rat zur Seite standen. Sogar die Wahlurne wurde letztlich versiegelt. Michael Pörtner, Lehrer für Sozialkunde am Landesmusikgymnasium Montabaur, bekam von den Schülern eine äußerst positive Rückmeldung zum Projekt: „Besonders die Realitätsnähe mit der Wahlbenachrichtigung sowie den Wahlkabinen und -urnen hat ihnen gefallen.“

Zudem fiel das Gesamtfazit zur Wahl positiv aus: „Die Organisation war recht unkompliziert, und die Schüler haben sich gut auf die Arbeit eingelassen. Auch die Schule stand hinter dem Projekt, was man an der recht hohen Wahlbeteiligung sieht“, erklärt Pörtner. Die Juniorwahl wird im Übrigen bundesweit an vielen Schulen angeboten. Auch hier setzten sich die Grünen durch und erhielten letztlich 33,9 Prozent der Stimmen. Es folgten die SPD mit 12,2 Prozent, die CDU/CSU mit 10,7 Prozent sowie die FDP mit 7,4 Prozent. Die PARTEI erhielt 6,7 Prozent der Stimmen, die AfD 6,5 Prozent und die Linke landete bei 5,4 Prozent.

Beschwingt, flirrend, wohltönend

Mainzer Allgemeine Zeitung vom 22.05.2019

Junge Musiker überzeigen beim Preisträgerkonzert ‚Jugend musiziert’ von Lions Club und Landesmusikrat

(Manuel Wanda) „Musik und Sport setzen Endorphine und Glücksgefühle frei (…), Diese Erkenntnis stellte Elmar Neuroth, Präsident des Lions Clubs Mainz-Schönborn, dem Landespreisträgerkonzert RLP im Roten Saal der Hochschule für Musik voran, das seine Organisation zusammen mit dem Landesmusikrat ausrichtete. Die ‚Lions’ unterstützen den Wettbewerb ‚Jugend musiziert’ seit Langem. RLP schnitt in diesem Jahr sehr gut ab, vom hohen Niveau der Fähigkeiten der Preisträger, die zwischen 2002 und 2008 geboren wurden, zeugte die Matinee im roten Saal. Überaus apart war das Programm zusammengestellt, zentrale Werke des Repertoires trafen auf selten zu hörende Kleinodien. Neue Musik und Pop gab es obendrein.

Isabelle Raviol spielte Pablo de Sarasates virtuose ‚Introduction et Tarantelle’ (…) Oliver Bicanic wandte sich auf dem Akkordeon beschwingt R. Gallianos ‚French Touch’ zu. Als Bratschist und Pianist trat Alban Matthiaß in Erscheinung: Zunächst bot er mit Pianistin Evgenia Gienko zwei Stücke von Frank Bridge dar; mit Charlotte Dohr (Klarinette) und Rebecca Wiesend (Violoncello) interpretierte er später den ersten Satz aus Beethovens Klaviertrio B-Dur op. 11. (…) Zwei Stunden ohne einen langweiligen Moment gingen zu Ende.