Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz

Kategorie Archiv: Aktivitäten – Exkursionen


Die Musiker/innen der Marching Bands vom 28. Juni 2019

Gedenkkonzert vom 28. Juni

(BEU, 11.09.2019) Am 28. Juni 2019 veranstalteten Schülerinnen und Schüler des Landesmusikgymnasium ein bemerkenswertes und auch für diese Schule mit reichhaltigen Erfahrungen in allen Musikrichtungen bisher einzigartiges Konzert: Zwei von Stefan Kohmann (Schlagzeug) und Andreas Steffens (Big Bands) geleitete Marching Bands zogen durch Montabaur, um auf den hundertsten Jahrestag des Friedensvertrags von Versailles und den damit in direktem Zusammenhang stehenden Tod des US-amerikanischen Fliegeroffiziers Walter H. Schulze zu erinnern. Dabei hat das Landesmusikgymnasium eigentlich gar keine Marching Bands, sondern diese wurden in einem Kooperationsprojekt zwischen der gymnasialen Abteilung (Geschichte) und der Instrumentalabteilung (Schlagzeuger und Blechbläser) extra für dieses Gedenkkonzert aus den Schülerinnen und Schülern der beiden Instrumentallehrer aufgestellt.

Den historischen Hintergrund des Konzerts bildete die US-amerikanische Besetzung des „Coblence Bridgehead“ nach dem Waffenstillstand vom November 1918, die letztlich nur eine Zwischenstation darstellte, bis entweder ein Friedensvertrag abgeschlossen wäre oder das Deutsche Reich als Verlierer des Krieges von den Siegermächten vollständig besetzt würde. Nur im Kontext dieser Lösung der politischen und persönlichen Spannung nach 4 1/2 Jahren Krieg und 1/2 Jahr Besatzung ist die Tragödie von Captain Walter H. Schulze zu verstehen, der nach Abwurf des Peace Bulletin an die Besatzungstruppe in Montabaur selbst den Tod fand. Der Überbringer der Friedensbotschaft, der „Peace Messenger“, ist tot, sein junges Leben, seine Hoffnungen sind zerstört, seine Familie trauert. Die Empfänger der Botschaft empfinden diesen Widerspruch, freuen sich aber auf die Heimkehr.

Wie seit Dezember 1918 die Soldaten der Besatzungstruppe und die Einheimischen nach und nach doch miteinander in Berührung kamen und sich die beiden Kulturen kennenlernten, so marschierten die beiden Marching Bands unter der 48-Sterne-US-Flagge von 1919 (mit dem Titel „When we stand together“) und unter der 1919 gerade wieder eingeführten schwarz-rot-goldenen deutschen Flagge (mit dem Titel „Fireball“) von beiden Seiten der Fußgängerzone aufeinander zu und bildeten dann auf dem Großen Markt eine gemeinsame Band, die mit einem Arrangement auf „Oh when the Saints …“ die überraschten Passanten grüßte.

Zum Abschluss dieses Platz-Konzerts wurde von einem Bläserquartett (Sarah, Arda, Steffen, Janne) wahrscheinlich zum ersten Mal seit Anfang der 1920er-Jahre der „Souvenir Song“ vorgetragen, allerdings nach einer von Andreas Steffens extra für dieses Gedenkkonzert neu arrangierten Melodie. Der Souvenir-Song von Woodward Trahern und Anton Dünchem „On the Rhine“ verklärt 1919 nach dem Friedensvertrag einerseits die Aussicht der US-Soldaten auf baldige Heimkehr („you’ll leave with a cheer“), sieht aber auch schon voraus, dass man sich schon bald an die schönen Tage am Rhein und im Westerwald zurücksehnen wird, denn man werde sich nicht nur wehmütig an das typische Kommissleben erinnern, sondern eben auch an den Kontakt mit den Deutschen, vor allem mit den „Fräuleins who had such dreamy eyes“ und am meisten an das gute deutsche Lager-Bier.

Das Lebensgefühl der jungen US-Soldaten von 1919 wurde dann 100 Jahre später nur einen Steinwurf vom Absturzort des „Peace Messenger“ und von der Gedenksäule am Wolfsturm durch die beiden Big Bands des Landesmusikgymnasiums, das Blue Berry Jazz Orchestra und das Yellow Tone Orchestra unter Leitung von Andreas Steffens durch jazzige Rhythmen musikalisch dargestellt. Und als absoluter choreographischer Höhepunkt wurden aus einem historischen Doppeldecker Reprints des Flugblattes von 1919 über dem Wolfsturm abgeworfen.

Und auch über einen überraschenden Nachklang des Gedenkkonzert soll noch kurz berichtet werden: Ein Geschichtelehrer der ehemaligen Schule des abgestürzten Piloten hatte im Internet davon erfahren und machte wenige Wochen nach dem Konzert auf seiner Europatour einen Abstecher nach Montabaur, um den Absturzort und die Gedenksäule persönlich zu besuchen.

Damit hat eine langjährige historische Arbeit einen sehr befriedigenden Abschluss gefunden, die 1992 mit der Teilnahme einer kleinen Gruppe von drei Schülerinnen am Geschichtswettbewerb begann[1], dann durch mehrere Jahre fortgeführt wurde[2] und 2016 in die Wiederaufstellung einer Gedenksäule für Captain Schulze mündete[3].

 

 

[1] Der Wettbewerbsbeitrag von Britta Kuhnen / Barbara Metternich / Kerstin Thiede „Denkmal  –  Zerstörung und Errichtung von Denkmälern in Montabaur 1933-1945“, Montabaur 1993, untersucht unter anderem die Entfernung einer 1922 für den „Peace Messenger“ aufgestellten Gedenksäule im „Dritten Reich“.

[2] C.P. Beuttenmüller, „Der Tod des Friedensboten“, in: „Wäller Heimat“, Jahrbuch des Westerwald-Kreises, Montabaur 2010

[3] Initiiert von Jannik Henkes und Moritz Wetzlar als Beitrag zum Wandelkonzert des Landesmusikgymnasiums anlässlich der 25-Jahr-Feier des Landesmusikgymnasiums und der 725-Jahr-Feier der Stadt Montabaur am 3. Juli 2016

 

 

Koerperwelten2019_01

MSS12 bei den Körperwelten

(WAG, 16.08.2019) Am diesjährigen Wandertag machten sich nahezu alle Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe des Landesmusikgymnasiums RLF auf, um in Heidelberg die Ausstellung „Körperwelten“ zu besuchen. Begleitet wurden sie neben Frau Wagener von Herrn Schürings und Danika Gottbrecht, unserer Fremdsprachenassistentin aus Pennsylvania. 
 
Mit mehr als 48 Millionen Besuchern ist „Körperwelten“ die erfolgreichste Ausstellung weltweit. Nachdem sie in über 140 Städten auf vier Kontinenten gastierte, ist sie nun dauerhaft in Heidelberg ansässig. Die Initiatoren sind Dr. Angelina Whaley und Dr. Gunther von Hagens, der auch gleichzeitig der Erfinder der Plastination ist. 
 
Die Ausstellung „Körperwelten“ ermöglicht einem breiten Laienpublikum Einblicke in die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers. Sie zeigt eindrucksvoll die Auswirkungen ungesunder Lebensweisen z.B. an der Gegenüberstellung einer Raucherlunge mit einer gesunden Lunge.
Für alle Biologen unter den Schülern war sie eine gute Vorbereitung auf das Thema Neurophysiologie, da sie nicht nur das menschliche Nervensystem, sondern auch den Aufbau des Gehirns und Rückenmarks detailliert erklärt. 
Krankheiten wie Alzheimer, Arteriosklerose, Fettleibigkeit und Brustkrebs, um nur einige zu nennen, werden erläutert und dargestellt. 
Eindrucksvoll war das eislaufende Paar in Hebefigur, welches die Möglichkeiten des menschlichen Körpers deutlich aufzeigt. 
Wir lernten, dass „Lachen“ die „beste Medizin“ ist und dass „man ist, was man isst“. 
Die Ausstellung beschäftigt sich außerdem mit der Entwicklung des ungeborenen Kindes und der Frage, ob Kinder glücklich machen.
 
Nach dem Besuch der Ausstellung blieb genug Zeit, um Heidelberg – einer der schönsten Städte Deutschlands – bei sonnigem Wetter zu erkunden. Am späteren Nachmittag machten wir uns wieder auf den Heimweg und kamen planmäßig in Montabaur an. 
 

Schnuppertag an der Hochschule für Musik Mainz

(Felix Wagner MSS12/HEB, 09.06.2019) Am 04. Juni 2019 fuhren wir, zehn Schüler der MSS 12, mit Herrn Hebgen zur Musikhochschule der Johannes Gutenberg-Universität nach Mainz. Dort hatten wir im Zuge eines privaten Schnuppertages Gelegenheit, einen Einblick in verschiedene Musikstudiengänge zu bekommen.

UNI_Schnuppertag_Mainz_2019Neben Informationen zum Musikstudium im Allgemeinen, spezifischen Angaben zum Lehramtsstudiengang und der Vorstellung des Studienbereichs Jazz bekamen wir Gelegenheit, im Unterricht verschiedener Professoren zu hospitieren und an regulären Seminaren teilzunehmen: Beispielsweise erstellten wir in der Lehrveranstaltung für Interkulturelle Musikpädagogik in Zusammenarbeit mit Lehramtsstudenten einen eigenen Blues und versuchten im Seminar für Rhythmus und Percussion, komplexe Rhythmen zu verstehen und zu klatschen. Besondere Höhepunkte bildeten aber auch eine spontane Improvisationseinheit zusammen mit Studenten der JGU und eine eigene Unterrichtseinheit im Schulpraktischen Klavierspiel. Bei persönlichen Fragen konnten wir uns sowohl an Dozenten als auch an Lernende wenden.

Auch wenn sich nach der Fahrt noch nicht alle der zehn Schüler sicher sind, was sie nach der Schule machen wollen und ob sie ein musikalisches Studium anstreben möchten, war der Schnuppertag insofern Gewinn bringend, dass nun alle Schüler unmittelbare Erfahrungen an einer Musikhochschule sammeln konnten und dadurch einen Eindruck bekamen, wie ein Musikstudium ablaufen kann.

Die Fahrt nach Mainz soll zu Beginn einer Kooperation des Landesmusikgymnasiums mit der Musikhochschule Mainz stehen, durch die Schüler auch in Zukunft die Gelegenheit bekommen sollen, einen Tag lang einen Einblick in ein Musikstudium zu bekommen.

Tierheim_01

Die Klasse 7b hilft im Tierheim

(SIL, 11.05.2019) Nachdem viele Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b an den vergangenen Projekttagen unverschämterweise nicht ihrem Klassenlehrer und seinem Projekt „Hilfe für das Tierheim“ zugeteilt worden waren, bot sich nun am vergangenen Freitag eine erste Möglichkeit zur Wiedergutmachung. Acht Schülerinnen und Schüler verbrachten den Nachmittag im Tierheim kratzten zunächst fleißig Unkraut aus den Fugen und misteten die Ställe aus, ehe es im Anschluss Zeit gab, sich mehr mit den Bewohnern zu beschäftigen. Die Esel wurden gestriegelt, Hunde bespaßt und Vergleiche zwischen Esels- und Lehrerbart angestellt. 
 
Und zwischendrin gibt es dann diese stillen Momente, wenn auch ein ganz ängstlicher Hund sich doch traut und Freundschaft mit den Eindringlingen schließt. 
 
Da das Tierheim immer Hilfe gebrauchen kann, wird es nicht der letzte Arbeitsnachmittag gewesen sein.
Klettern_04

Eröffnung der Klettersteigsaison am LMG

(SIL, 09.05.2019) Am vergangenen Freitag wurden erstmals in diesem Schuljahr wieder Helme, Klettersteigsets und Klettergurte eingepackt und los ging es zum Mittelrhein-Klettersteig nach Boppard. Dort erkundeten dann Roman Althof, Peter Geppert, Jakob Liebe und Noah Schneider aus der Klasse 7b nach einen gründlichen Sicherheitseinführung gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Jan Silberbauer die Elemente des Klettersteigs und hatten viel Freude – teilweise sogar Spaß – sowohl beim Klettern wie auch bei der Orientierungsleistung ihres Lehrers auf dem letzten Wegstück.
 
Ziel ist es, in diesem Schuljahr noch mehrere Exkursionen zum Klettersteig in der schulfreien Zeit durchzuführen, um weiteren Schülerinnen und Schülern, auch aus anderen Klassen dieses Erlebnis zu ermöglichen.
 
7b-im-KiKa

TV- Tipp: Die Klasse 7b auf dem KiKa am 05.06.2019

(SIL, 30.04.2019) Die Klasse 7b bei der besten Klasse Deutschlands – kein Grammatikfehler, sondern ein großes Glück! Unter mehr als 1200 Bewerbungen wurde die Klasse 7b des Landesmusikgymnasiums als eine von 32 Klassen bundesweit ausgewählt, um an der beliebten Quizshow teilzunehmen. Inzwischen steht nun der Sendetermin der Show, die bereits vor den Osterferien aufgezeichnet wurde, fest:
 
Am Mittwoch, 05. Juni 2019 um 19.25 Uhr auf dem Kinderkanal der ARD und ZDF (KiKa) kann man nun sehen, wie sich die 7b geschlagen hat und was es mit der Gelbbauchunke auf sich hat. Einschalten!
 
 
Bild: copyright KiKA/Melanie Grande 2019.  Mit freundlicher Genehmigung des Kinderkanals ARD und ZDF

Bericht über den Ausflug der Klasse 5a des LMG zum Bauernhof „Wiesenhof“ nach Maxsain

(Julia Hübinger, Hannah Stumpf, Milena Marz, 5a, 20.04.2018)

Am 20.04.2018 fuhren wir mit unserer Klasse und unseren Lehrern, Herrn Ulmen und Herrn Amthor, vom Musikgymnasium aus mit dem Bus nach Maxsain auf den konventionellen Bauernhof „Wiesenhof“, nachdem wir uns zuvor im Erdkundeunterricht mit dem Thema „Landwirtschaft – Vergleich von herkömmlichen und ökologischen Betrieben“ intensiv beschäftigt haben.

Als wir um 8.45 Uhr dort ankamen, begrüßte uns Frau Aller und stellte uns zunächst ein paar Verhaltensregeln vor, die wir beim Gang über den Bauernhof unbedingt beachten sollten. Wir sollten uns besonders im Kuhstall leise verhalten, da die Kühe, die sehr schreckhaft sind, sonst vor Angst als Kettenreaktion ihren Kot ablassen würden. Außerdem sollten wir kein Tier ungefragt anfassen oder streicheln, weil die Tiere uns nicht kennen und sie auch schon mal zubeißen könnten.

Unsere erste Aufgabe bestand darin, zwei Schülerketten zu bilden,  eine Jungen- und eine Mädchenkette. Im  Wettkampf wurde dann die frisch gemolkene Milch von der Melkstation in einem Eimer bis zu den insgesamt sechs Kälbchen weitergeleitet. Die Mädchen haben dieses Spiel gewonnen.  An der jeweiligen Box der Kälbchen wurden die Behälter von Frau Aller befestigt und die Kälbchen saugten gierig aus den Eimern mit der Saugvorrichtung, die aussah wie ein Euter.  Danach durften wir die Kälbchen auch vorsichtig streicheln, wenn sie das zuließen.

Als nächstes gingen wir zur Melkstation. Dort standen sechs Kühe, die darauf warteten, von Frau Aller gemolken  zu werden. Wir schauten Frau Aller gespannt dabei zu. Lustig fanden wir, als eine Kuh ihren Kot abließ und Richard ein paar Spritzer abbekam. Richard fand dies nicht so toll.  Schließlich konnten auch wir unser Glück beim Melken einer Kuh versuchen; jeder durfte einmal „zapfen“ und wir waren erstaunt, dass die Zitze der Kuh sich so rau und hart anfühlte. Alle schafften es, der Kuh ein paar Spritzer Milch zu entlocken und waren stolz über ihren unerwarteten Erfolg.

Nun steuerten wir den Stall mit den Bullen an. Dort sahen wir ein Kälbchen, das noch keinen Namen hatte und wir durften uns gemeinsam einen Namen für es ausdenken. Die Mutter heißt Laura und wir sollten uns daher auch für das Kälbchen einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben „L“ überlegen. Wir  einigten uns nach einer kurzen Diskussion auf den Namen „Lamija“ und  Frau Aller schrieb den Namen auf den bereits vorbereiteten Ohrchip.

Schließlich holten wir im  Bullenstall Heu und gingen damit raus  zu den etwas älteren Kälbchen, um diese gemeinsam damit zu füttern. Diejenigen SchülerInnen von uns, die ein wenig allergisch gegen Heu reagieren, gingen in der Zeit  zu den noch ganz jungen Kälbchen.

Im Anschluss daran setzten wir uns zusammen in eine Art Zelt, um uns selbst zu „füttern“ und packten unser Frühstück aus. Gestärkt gingen wir in einen Stall, um dort Heu und Mehl in eine große Schubkarre zu laden und fuhren damit dann auf die Weide zu den Bullen. Dort haben wir das Futter in einen langen Trog geschüttet und das Mehl darauf verteilt. Nun steuerten wir den Hühnerstall an und machten Bekanntschaft mit vier Hühnern und einem Hahn. Dieser begrüßte uns mit einem kräftigen Krähen.

Zu guter Letzt versammelten wir uns in einer Besucherhütte, setzten uns dort auf den Boden und stellten Frau Aller noch einige Fragen:

SuS:        „Wie viele Tiere haben Sie auf Ihrem Bauernhof?“

Fr. Aller: „Insgesamt beherbergt unser Hof 275 Tiere, von denen alle einen Namen bekommen!“

SuS:         „Wer arbeitet auf Ihrem Hof?“

Fr. Aller: „Mein Mann und ich, ein fester Mitarbeiter, zwei Lehrlinge, ein Praktikant und meine drei Kinder helfen auch ab und zu.“

SuS:          „Wie viele Maschinen haben Sie auf dem Hof?“

Fr. Aller:   „Ca. 50 landwirtschaftliche Maschinen.“

SuS:           „Was produzieren Sie auf Ihrem Hof?“

Fr. Aller:     „Milch, Getreide, Fleisch, Honig und Eier.“

SuS             „Wie groß ist Ihre Betriebsfläche?“

Fr. Aller:     „Ca. 210 ha.“

SuS:          „Wie lange gibt es Ihren Hof schon?“

Fr. Aller:  „Er existiert seit 1961 in der zweiten Generation.“

SuS:          „Melken Sie nur mit der Hand?“

Fr. Aller:   „Nein, wir melken auch mit Maschinen.“

SuS:          „Um wieviel Uhr müssen Sie und ihre Mitarbeiter aufstehen?“

Fr. Aller:   „Wir müssen jeden Tag, auch am Wochenende oder Feiertagen um 7.00 Uhr aufstehen. Ein Arbeitstag dauert immer so lange bis wir mit allem fertig sind, das kann im Sommer schon manchmal erst um Mitternacht sein.“

 

Nach dem Interview durften wir Frau Aller abschließend bei der Butterherstellung zuschauen. Dazu schüttete sie Milch in sechs Gläser und – aufgeteilt in drei Tischgruppen – durften wir die Gläser um die Wette schütteln, bis die Milch fest und somit zu Butter geworden war. Die selbst hergestellte Butter schmierten wir auf unsere mitgebrachten Brote. Wer wollte, durfte sich diese auch noch mit auf dem Hof selbst hergestelltem Honig der hauseigenen Bienen bestreichen.

Damit endete ein erlebnisreicher Tag auf dem „Wiesenhof“ und wir konnten selbst erfahren, was einen konventionellen Betrieb ausmacht. Den „Bewohnern“ wird versucht ein bestmögliches Leben bei gegebenen Rahmenbedingungen zu ermöglichen, und tatsächlich machten sie einen zufriedenen Eindruck.

Wir bedankten uns bei Frau Aller und traten die Heimfahrt an. Auf der Rückfahrt waren alle voller schöner Eindrücke und gut gelaunt. Manche von uns alberten rum und amüsierten sich auf unterschiedliche Art und Weise.

Vielen Dank an unsere Lehrer, Herrn Ulmen und Herrn Amthor, für diesen schönen Ausflug!

 

Une visite chez les Messins – Ein Ausflug nach Metz

(PAB, 29.01.2018) Die Unterzeichnung des Elysée-Vertrags, die formelle Besiegelung der deutsch-französischen Verständigung nach zwei Weltkriegen, jährte sich in diesen Tagen zum 55. Mal – Anlass genug, sich einmal mehr bewusst zu machen, wie wichtig Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen einstigen „Erbfeinden“ für Europa und die Zukunft sind.

Einen kleinen Beitrag dazu leisteten die Französischschülerinnen und –schüler der 9. Klassen mit einer Tagesfahrt nach Metz. Am 25. Januar brachte sie ein Bus in Begleitung der beiden Fachlehrer Frau Pabst und Herrn Casper sowie des Fremdsprachenassistenten Josquin Couëffé in den Nordosten Frankreichs.

Ausgestattet mit historisch-kulturellen Informationen zur Stadt und den wichtigsten Redemitteln, um mit den „Messins“, wie die Einwohner von Metz genannt werden, vor Ort ins Gespräch zu kommen, suchten sie selbstständig spontane Begegnungen z.B. auf der Straße oder in einem Einkaufszentrum.

Die Vorgabe für alle war, Interviews mit Franzosen zu führen und diese in Bild und Ton zu dokumentieren, um das Fremde, aber auch das Eigene in Auseinandersetzung mit dem Anderen beschreiben zu können. Dabei konnten sie auf einen von den Fachlehrern erstellten Themenkatalog zurückgreifen und nach Belieben eigene Schwerpunkte setzen. Zuhause sollen dann Kurzfilme oder Fotoromane entstehen, die das Gesehene und Gehörte festhalten.

Auch wenn das Wetter sich von seiner denkbar schlechtesten Seite zeigte, waren unsere Schülerinnen und Schüler guter Dinge. Sie freuten sich über einen abwechslungs- und erfahrungsreichen Tag, an dem sie die Möglichkeit hatten, ihr Bild von Frankreich, den Franzosen und ihrer Sprache auf je unterschiedliche Weise zu verfeinern.

Dem VEFF sei für die finanzielle Unterstützung dieser spannenden Unternehmung herzlich gedankt.

 

Der Dauerregen konnte ihrer guten Laune nichts anhaben: die 9er vor der Kathedrale in Metz

Der Dauerregen konnte ihrer guten Laune nichts anhaben: die 9er vor der Kathedrale in Metz

„Stolpersteine pflegen“

(Bericht von Linda Brüggemeyer, Jana Moritz und Claus Peter Beuttenmüller, 10a, 30.11.2017)

Stolpersteine Stern Willi BettyEr ist im Städtchen Montabaur ein geachteter Mitbürger, ein deutsch-national denkender ehemaliger Weltkriegssoldat, ein erfolgreicher Kaufmann und sorgt als Familienvater für Frau Betty und Sohn Alfred: Willi Stern.

Weil er aber auch Jude und zeitweise sogar Vorsteher der örtlichen Synagogen-Gemeinde ist, wird er seit der „Machtergreifung“ des Nationalsozialismus gesellschaftlich diskriminiert und wirtschaftlich ruiniert. Obwohl schon etliche jüdische Familien ausgewandert sind, obwohl ihr eigenes Haus in der Bahnhofstraße 24 nach der „Reichskristallnacht“ nicht mehr bewohnbar ist, obwohl sie an diesem für die deutsche Geschichte so beschämenden Tag gedemütigt und misshandelt werden, obwohl Willi Stern danach fünf schreckliche Wochen im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert ist, können er und seine Frau sich nicht dazu entschließen, Deutschland zu verlassen. Nur ihr einziges Kind, der 13-jährige Alfred, wird 1939 mit einem „Kindertransport“ in das sichere England evakuiert. Seit dem Abschied auf dem Bahnhof hat er seine Eltern nicht mehr gesehen, denn die werden im Juni 1942 „in den Osten“ deportiert. Seitdem fehlt von den Montabaurer Bürgern Willi und Betty Stern jede Spur, wahrscheinlich wurden sie im Konzentrationslager Sobibor ermordet.

Ähnlich erging es etwa 25 weiteren jüdischen Menschen aus Montabaur, die eine Deportation nicht überlebt haben. Bei den meisten weiß man nichts von den Umständen ihres Lebens und ihres Todes nach dem Abtransport aus Montabaur, keinen zuverlässigen Todesort, kein auch nur ungefähres Todesdatum und schon gar nichts von einem Grab. Unfassbar, dass sich solche menschlichen und gesellschaftlichen Tragödien vor noch nicht einmal 80 Jahren mitten unter uns abgespielt haben.

Stolpersteine Demnig MT 2012Wer heute aufmerksam durch die Straßen geht, kann aber wieder Zeichen dieser bedrückenden Lebensgeschichten erblicken: die „Stolpersteine“. Gunter Demnig, ein Künstler aus Berlin, rief Mitte der 1990er Jahre das Projekt „Stolpersteine“ ins Leben. Seitdem hat er in Deutschland aus rund 55.000 kleinen Messingplatten, die wie Pflastersteine in den Bürgersteigen verankert sind, das weltweit größte „dezentrale Mahnmal“ geschaffen. Sie informieren  – anders als die großen, zentralen Denkmäler für verschiedene Opfergruppen –  jeweils über Name, Geburtsdatum, Zeitpunkt der Deportation und Todesort jeweils nur einer einzigen Person und geben so den Opfern der Nationalsozialisten, die oftmals in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert und anonym getötet wurden, ihre Identität wieder zurück. Dazu gehört auch, dass der Standort dieser Steine jeweils dort gewählt wird, wo die Betroffenen zuletzt aus freiem Willen wohnten, und wo ihre bürgerliche Ausgrenzung und zuletzt ihr Verschwinden von den Nachbarn bemerkt worden sein musste.

Die Idee eines solchen Gedenkens ist umstritten, und auch in Montabaur wurde die Entscheidung zur Verlegung von Stolpersteinen vom Stadtrat 2006 abgelehnt. Erst das persönliche Engagement von Gerald Stern, des in England lebenden Sohnes von Alfred Stern, erbrachte beim zweiten Anlauf 2011 eine knappe Mehrheit für die Unterstützung dieser von privaten Spendern finanzierten Aktion gegen das kollektive Vergessen.

Mit der Verlegung stellt sich aber auch die Frage, wie man weiter mit diesen Gedenkplatten umgeht, die nach und nach verschmutzen. Stellen sie durch die Abnutzung und die Patina von Straßendreck selbst einen Teil der Geschichte dar und dürfen deshalb nicht verändert werden? Oder wahrt man auch die Würde des Menschen, an den erinnert wird, wenn man „seinen“ Stein schön sauber und damit auch gut sichtbar hält?

Wir sind der Meinung, dass diese Erinnerungsstücke weiterhin gut sichtbar für alle Passanten erhalten bleiben müssen. Dadurch wird der Sinn der Stolpersteine als lebendige Gedenkform deutlich, Passanten werden zum Nachdenken angeregt und können begreifen, dass die nationalsozialistischen Verbrechen über Jahre hinweg mitten in der Gesellschaft an Mitgliedern dieser Gesellschaft verübt wurden. Deshalb hat auch das Landesmusikgymnasium 2013 eine Patenschaft zur Pflege von einigen der Stolpersteine in Montabaur übernommen, und auch dieses Jahr hat sich eine kleine Gruppe aus der Klasse 10a zusammengetan, um diesen Stolpersteinen zu neuem Glanz zu verhelfen.

Stolperstein-Aktion 2017-11-06 (47)Für uns war es sehr emotional, jeweils an Ort und Stelle vom Schicksal und Leben der einzelnen Opfer zu hören und zu begreifen, dass hinter jedem Stein tatsächlich ein Menschenleben mit einer eigenen, tragischen Geschichte steckt: Zum Beispiel Alois Skatulla aus der Biergasse, der wegen seiner nazi-kritischen Sprüche denunziert und 1945 noch kurz vor dem Einrücken der Amerikaner von einem Standgericht der SS erschossen wurde; oder Albert und Billa Kahn sowie Adolf und Betty Heimann mit ihrer Tochter Ingeborg vom Vorderen Rebstock, die schon um die 60 Jahre alt waren und nach Zwangsumsiedlung und einem Jahr entwürdigender Zwangsarbeit im Zwischenlager Friedrichssegen bei Lahnstein in den Vernichtungslagern Treblinka und Sobibor getötet wurden, nur weil sie Juden waren.

Symbolisch war für uns auch das Niederknien beim Putzen der Steine als ganz unbeabsichtigte Geste des Respekts gegenüber den getöteten Menschen. Die in neuem Glanz strahlenden Stolpersteine können uns an die unbegreiflichen Grausamkeiten der Vergangenheit erinnern und uns mahnen, sie niemals in Vergessenheit geraten lassen. Wir sollten es als unsere Aufgabe sehen, eine Verharmlosung der Geschichte zu verhindern.

Stolperstein-Aktion 2017-11-06 (14) Stolperstein-Aktion 2017-11-06 (36)

Schüler graben an historischer Mädchenschule

Westerwälder Zeitung vom 18.05.2017

Projekt am einstigen Turm gestartet

(Verena Hallermann)  Die Historica gGmbH und ein Kurs des Landesmusikgymnasiums Montabaur haben zusammen mit der Stadt Montabaur eine Grabung am ehemaligen Mädchenschulturm in der Montabaurer Kirchstraße durchgeführt. Dort, wo heute nur noch eine alte Scheune steht, haben die Schüler im Fundament gegraben und kleine Schätze gefunden. Ziel der Grabung war es, herauszufinden, welche Funktion der Mädchenschulturm im 18. Jahrhundert hatte. Wurde er als Schulturm oder gar als Wohnturm genutzt? Oder war er ein Sicherheitsturm im Verbund der Stadtmauer? Die Gruppe rund um Bernd Schrupp, ehrenamtlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv, hat bereits einiges herausgefunden.

Aus der alten Scheune in der Kirchstraße in Montabaur dröhnen stumpf die Geräusche einer Spitzhacke, die sich ihren Weg zwischen Steinen und Erde sucht. Claus-Peter Beuttenmüller steht in einem knietiefen Loch und fährt sich zwischendurch mit dem Handrücken über die Stirn. Einen Steinbrocken nach dem anderen hat der Geschichtslehrer vom Landesmusikgymnasium Montabaur bereits aus dem Loch gehievt. Zusammen mit seinen Schülern der 11. Klasse des Geschichte-Leistungskurses, der Historica gGmbH und der Stadt Montabaur hat er ein ganz besonderes Projekt auf die Beine gestellt: Durch die Grabung wollen sie die Geschichte der alten Scheune ans Licht bringen. Denn: Die Scheune steht im Hinterhof der ehemaligen Mädchenschule. Einst stand genau an dieser Stelle ein großer Turm. (…)

Aus der Scheune dringen weiterhin die dumpfen Schläge der Spitzhacke. Die Schülerinnen Joelle und Antonia sitzen draußen und waschen die Fundstücke, die sie in dem Loch gefunden haben. Im Hintergrund singt Billie Holiday, eine Jazzsängerin des 20. Jahrhunderts. „Das motiviert voll“, freut sich Joelle, während sie ein knochenähnliches Gebilde inspiziert. „Es ist richtig cool, was man hier für Sachen findet.“ Antonia fischt derweil ein Stück Eisen aus den Fundstücken hervor. Ein paar Einkerbungen sind dort zu erkennen. Was das wohl mal war, fragt sich die junge Nachwuchshistorikerin, während sie vorsichtig die Erde entfernt. (…)

Die Schulkameraden Peter und Pauline tragen einen Eimer Schutt nach dem anderen von der archäologischen Grabungsstelle nach draußen. Über ein großes Sieb untersuchen sie das Erd- und Sandgemisch auf etwaige Schätze. Dieses Mal haben sie kein Glück. „Nein, nichts dabei“, ruft Pauline ihren Kameraden zu. Vielleicht beim nächsten Mal. Joelle und Antonia haben mittlerweile eine Scherbe ins Visier genommen. Ein Henkel ist an dem blau und grau glasierten Fundstück zu erkennen. Vielleicht ein altes Milchkännchen? Wer das wohl zuletzt benutzt hat? Peter trägt gleich den nächsten Eimer Schutt nach draußen – nur eine kurze Pause in der Schubkarre hat er sich gegönnt. 

Doch was hat es nun mit dem ehemaligen Mädchenschulturm auf sich? Ganz genau lässt sich das auch nicht durch die Grabung sagen. Fest steht, dass eine Karte aus dem Jahr 1789 darauf schließen lässt, dass der Mädchenschulturm nicht zur Befestigung der Stadtmauer gehörte, erläutert Schrupp. (…)

Auf dem Hinterhof der ehemaligen Mädchenschule ist es ruhiger geworden. Geschichtslehrer Claus-Peter Beuttenmüller hat die Spitzhacke beiseitegelegt. „Wir brechen mal so langsam das Buddeln ab“, sagt der Lehrer sichtlich erschöpft zu seinen Schützlingen, die sich zusammen mit Bernd Schrupp um die Fundstücke versammelt haben. Einige gebrannte Tonscherben, Eisenteile und Bruchstücke ehemaliger Gefäße liegen vor ihnen verteilt. Auf einem Stück Ton ist sogar ein Fingerabdruck zu erkennen, den ein Töpfer wohl vor vielen Jahren im feuchten Ton hinterlassen hat. „Vielleicht kann man da noch was zusammensetzen“, hofft Joelle mit Blick auf die vielen Kleinteile. Die Auswertung ihrer Funde wird jedenfalls noch dauern.