Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz

Mathematik

„Wurzel ziehen – wozu brauchen wir das denn?“ – Alltagsfrage aus dem Mathematikunterricht

Diese und ähnliche Fragen werden der Fachschaft Mathematik immer wieder gestellt. Und jetzt mal ehrlich, wer hat schon mal einen Erwachsenen gefunden, der außerhalb der Schule dringend den Schnitt zweier Ebenen bestimmen musste oder die Füllmenge der Badewanne mit einem Integral bestimmen wollte. Oder wie sieht es mit der Mitternachtsformel aus?

Keiner? Das haben wir uns gedacht. Warum aber machen wir so etwas im Unterricht? Als brave Staatsdiener und Erfüller unserer Pflichten könnten wir Lehrerinnen und Lehrer am Gymnasium natürlich einfach auf die Lehrpläne und die angestrebte Allgemeine Hochschulreife verweisen. Außerdem dient die Mathematik in vielen Studiengängen als Hilfswissenschaft und das nicht nur in den Ingenieursfächern. Reicht noch nicht?  Als gute Lehrer, die wir auch gerne sein wollen, werden wir uns mit der Frage ernsthafter beschäftigen…

Dazu schauen wir mal, wie es in anderen Schulfächern so läuft, zum Beispiel im Sportunterricht. Auch am Musikgymnasium üben die Schülerinnen und Schüler Hochsprung, Weitsprung oder Felgaufschwung. Interessanterweise wird das viel seltener hinterfragt. Ist das einsichtiger und lebensnaher? Fragen wir mal genauer nach: „Warum übt man im Sportunterricht Hochsprung?“

Antwort: Weil man im Leben gerne mal hoch springen will oder auch muss. Wer wollte nicht schon einmal über das ein oder andere Hindernis? Und da war es gut, dass wir das im Sportunterricht gelernt haben. Im Ernst? Mit der Technik aus dem Sportunterricht? Im Fosbury-Flop, mit dem Kopf voran und dann hinter der Mauer auf dem Rücken gelandet?

Zweiter Versuch: Okay, die vielen Hochsprung- und Technikübungen bringen uns vielleicht nicht direkt etwas fürs Leben, aber indirekt doch ganz bestimmt. Beim Fosbury-Flop geht es ja um mehr als den Sprung über die Latte auf die dicke Matte. Hier trainiert man Schnelligkeit, Timing, Körpergefühl, Sprungkraft, Vertrauen, Beharrlichkeit, Ausdauer,  Balance und vieles mehr, dafür lohnt es sich dann doch.

Ja, und genauso verhält es sich auch mit der Mathematik. Wer nicht gerade Gärtner, Zahnarzt oder Mathematiklehrer wird, muss im Leben nach der Schule sicher keine Wurzeln mehr ziehen. Aber wer geistig einmal bis dahin durchgedrungen ist, wie das geht und warum das gemacht wird, der eignet sich auch Vieles an, was später nützlich ist; nämlich abstraktes Denken, strukturiertes Arbeiten nach Regeln, Logik, Argumentieren, Beweisen, Hinterfragen von Gesetzmäßigkeiten und vor allem Vorstellungsvermögen.

Mathematik erweitert den Horizont und dafür lohnt es sich dann doch!

 

Die aktuelle Fachschaft

  • Frau Schawaller
  • Herr Dr. Charton
  • Herr Gerhards
  • Herr Jeuck
  • Herr Ulmen