Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz

Kategorie Archiv: Musik – Konzertberichte


Triorca

Viele junge Musiker. Drei Nationen. Ein Orchester: Das ist Triorca!

(Leah Münzer, MSS 11, 26.08.2018) Das Orchester eint unterschiedlichste Kulturen und Sprachen durch die Musik. Auch dieses Jahr ging das Konzept wieder voll auf. Während in den ersten Tagen in den Registerproben fleißig geübt wurde, wurden währenddessen schon internationale Kontakte geknüpft und gestärkt. Geprobt wurde im wunderschönen Norwich, nahe der englischen Ostküste, wo auch das erste Konzert stattfand.

Unter der Leitung der Dirigenten Nicholas Daniel und Assistent Andy Morley und der wunderbaren Organisation von Juliet und Robert Rickard wurde in nur einer Woche ein tolles Programm erarbeitet: In Prokofjews ‚Peter und der Wolf’ hauchte Sprecher Alistair Farrall-Daniel Peter und seinen tierischen Freunden Leben ein, beim Violinkonzert in D-Dur von Korngold beeindruckte die begnadete Violinistin Julia Hwang durch ihre Virtuosität und ihr dennoch feines Spiel mit großer klanglicher Bandbreite. Doch der Höhepunkt des Programmes war mit ihren vielen verschiedenen Facetten eindeutig die fünfte Sinfonie von Peter Tschaikowsky.

Doch natürlich wurde in der ganzen Zeit nicht nur geprobt. Es fanden viele kleine Konzerte für entsprechende Sponsoren oder Politiker statt; einmal spielten einige Bläser eine Fanfare vom Balkon des Rathauses, um Leute auf die Konzerte aufmerksam zu machen. Das Highlight der Woche war allerdings definitiv die Fahrt zu den BBC Proms nach London, welche durch eine vorherige Stadtrundfahrt abgerundet wurde. Und während durch gemeinsame Abendessen in einem Jugendzentrum oder gemütliche Abende am Fluss die neu entstandenen oder alten Freundschaften gestärkt wurden, neigte sich allmählich die Zeit dem Ende zu und die Konzerte standen vor der Tür.

Nachdem das erste Konzert erfolgreich gemeistert war, wurde der Stress durch eine Buspanne auf dem Weg zum zweiten Konzert erhöht. Doch trotz der Komplikation kamen alle einigermaßen rechtzeitig an und auch das Konzert in Essex wurde mit Bravour gemeistert. Und dann hieß es auch schon Abschied nehmen, denn für Team-Germany bestehend aus Björn Dissen, Jeanne Frida Lieser, Lilli Matthey, Leah Münzer, Leander Schönrock (MSS 11), Sina Hannappel, Sonja Schnabel (MSS 12), Stefan Fetz, Sophie Jungbluth (MSS 13), Arved von Hagen (Abi 2013), Laura-Marie Bittniok (Abi 2015), Katharina Rußland, Maya Fabry (extern) und den Lehrern Sabine Melchiori und Martin Ramroth ging es am Sonntagmorgen schon um fünf Uhr los, um die Heimreise anzutreten.

Es war eine wunderschöne Woche und jeder, der mitgefahren ist, denkt schon voller Vorfreude ans Kofferpacken im nächsten Jahr, wenn es für Triorca nach Novi Sad in Serbien geht.

Die Blueberries bei ‚Bingen swingt’

(MEL, 28.06.2018) Am 22. Juni war die Big Band II des LMG, The Blueberry Jazz Orchestra, zu Gast beim internationalen Festival „Bingen swingt“. Der Auftritt bei diesem renommierten Festival am vergangenen Wochenende, an dem über 30 Bands zu hören waren, war sozusagen die Belohnung für den 1. Preis beim letzten Landeswettbewerb Jugend Jazzt, den die Nachwuchs-Bigband 2017 gewonnen hat. Sicherlich ein würdiger Rahmen, um das herausragende Niveau und die Spielfreude der jungen Musiker des LMG einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Die einzigartige Kulisse und Atmosphäre inspirierten die Blueberries und ihren überaus engagierten Leiter Andreas Steffens erneut zu Höchstleistungen und waren sogar dem SWR eine Kurzreportage wert. Unter folgendem Link (Minute 21-23) kann man die Sendung nachverfolgen und sich davon überzeugen, dass die Blueberries ihres Konzertpreises mehr als würdig waren.

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/SWR-Aktuell-RP-Sendung-19,av-o1033734-100.html

Erst schwitzen, dann singen der guten Sache wegen

Westerwälder Zeitung vom 14.06.2018

Gymnasiasten musizieren für Uganda und setzen dabei auch auf ungewöhnliche Klangerlebnisse

(E. Müller)  Wenn man morgens schon einige Stunden in der Hitze Sport gemacht hat und sich abends noch für zweieinhalb Stunden in die stickige Aula setzt und freiwillig Musik macht, muss einem der Anlass viel bedeuten. Genauso war es, als die Schüler des Landesmusikgymnasiums am Tag ihres Sportfests noch ein Konzert gaben. Mit ihrem musikalischen Einsatz sammelten sie Spenden für ihre Partnerschule in Afrika. Schülern wie Lehrern war anzumerken, dass die Unterstützung der Kalungu Mixed Primary School in Uganda für sie eine Herzensangelegenheit ist.

Der Chor der 5. Klassen unter der Leitung von Martin Ramroth und Sabine Melchiori eröffnete das Spendenkonzert. Den Sängern war das vorausgegangene Sportfest nicht anzumerken, voller Energie und Enthusiasmus präsentierten sie ihre Gesangskünste und begeisterten das Publikum. Anschließend sorgten Julian Müller am Klavier und Jannis Hoffarth an der Posaune mit einem Stück für romantische Stimmung, das man nach eigener Aussage der beiden Musiker „als schnulzig beschreiben könnte“. Den Zuhörern gefiel es nichtsdestotrotz, das Duo überzeugte mit gefühlvollem Zusammenspiel.

Es folgte ein Saxofonensemble, das mit drei Jazz- und Funktiteln Schwung in die Aula brachte. Die vier jungen Männer bewiesen eindrucksvoll, wie gut sie ihre Instrumente beherrschen. Danach war LaFilia, der erfolgreiche Mädchenchor der Schule, an der Reihe. Allerdings zunächst nicht auf der Bühne: Rund um das Publikum verteilt, sorgten die Sängerinnen unter Leitung von Martin Ramroth bereits mit ihrem ersten Stück für ein besonderes Klangerlebnis. Nach dem zum Wetter passenden „On the sunny side of the street“ schlossen sie ihren Auftritt mit einer Ballade ab, die beim Publikum Gänsehaut erzeugte.

Julian Müller führte nicht nur gemeinsam mit Viktoria Nückel durch das Programm, sondern nahm auch gleich noch ein zweites Mal am Flügel Platz. Mit einer beeindruckenden Eigenkomposition erzählte der junge Mann musikalisch von seinem Gefühlsleben und zog das Publikum voll und ganz in den Bann seines Klavierspiels. Emma Reßmann und Julia Aiko Wöllstein präsentierten als Klavier- und Gesangs-Duo ein französisches Werk. Die Kammerphilharmonie rund um ihren Dirigenten Tobias Simon wollte ihr Stück ursprünglich dem Wetter entsprechend auf drei Sätze verkürzen, aber damit waren die Zuhörer nicht einverstanden. Sie schenkten den Streichern ihre volle Aufmerksamkeit und forderten mit großem Applaus auch den vierten Satz ein.

Wenn Musik die Region zur Metropole macht

Westerwälder Zeitung vom 16.04.2018

Sopranistin Kirsten Labonte berührt mit ihrer Stimme Konzertbesucher auf Schloss Montabaur

(H.P. Metternich)  „Den Abend werde ich so schnell nicht vergessen. Diese unvergleichliche Stimme, der begnadete Pianist und ein Repertoire, das höchsten Ansprüchen an einen romantischen Liederabend gerecht wird, kann man nicht alle Tage in unserer Region und auch in Musikmetropolen in einer solchen Vollendung genießen.“ So brachte ein faszinierter Konzertgast die musikalischen „Liebessehnsüchte“, von der Sopranistin Kirsten Labonte und vom Pianisten Manuel Lange im Rittersaal auf Schloss Montabaur in bewundernswerter Weise zum Klingen gebracht, auf den Punkt.

Die „Liebessehnsüchte“ entsprangen Liedern von Franz Schubert nach Gedichten von Johann Gabriel Seidl, sechs „Liedern der Märchenprinzessin“ von Karl Szymanowski nach Gedichten von Sophie Szymanowski und Liedern von Richard Strauss nach Gedichten von Clemens Brentano. (…) Für Kirsten Labonte, die aus Horbach stammt, am Landesmusikgymnasium in Montabaur ihr Abitur machte und ab der Spielzeit 2017/18 festes Ensemblemitglied an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul mit herausragenden Partien ist, war das Montabaurer Schlosskonzert quasi ein Heimspiel. Schade nur, dass der Rittersaal bloß halb gefüllt war. Dieses außergewöhnliche Konzert hätte ohne Zweifel mehr Besucher verdient gehabt.

Diejenigen, die diesen musikalischen Leckerbissen mit Hingabe genießen durften, erlebten eine in Sangesfreude nur so schwelgende Sopranistin Kirsten Labonte, der Manuel Lange am Flügel ein kongenialer Begleiter war. Eine instrumental-gesangliche Symbiose, die einfach nur faszinierte. Berauschend die enorme Ausdrucksstärke von Kirsten Labonte, die die Elegie und Liebessehnsucht der Schubertlieder und die nicht minder in Dynamik und Rhythmik schwärmerischen Strauss’schen Lieder ebenso phänomenal intonierte wie die polyfonen expressiven, ja emotionsgeladenen „Lieder der Märchenprinzessin“ von Karol Szymanowski.

Franz Schubert – Karol Szymanowski – Richard Strauss, das war Kontrastprogramm vom Feinsten. Doch gerade in diesem Kontrast lag die Würze des Konzertabends, der die musikalischen Leckerbissen so bekömmlich machte. Serviert von einer hochbegabten Sängerin, die die anspruchsvollsten Sequenzen zwischen Elegie und Liebessehnsucht, zwischen Dramatik und Romantik konzentriert und dennoch wie spielerisch meisterte. Getragen von der brillanten Begleitung des Berliner Pianisten Manuel Lange. Der dankbare Applaus der Zuhörer verlangte natürlich nach Zugaben. Die wurden gleich doppelt gewährt. Und da wurde es noch einmal mucksmäuschenstill im Rittersaal, denn die Protagonisten verabschiedeten sich von den Zuhörern mit hauchzarten Klängen von Nachtstücken aus der Feder von Richard Strauss und Franz Schubert.

Cannibale vocale geht mit Gesang kunstvoll um

Westerwälder Zeitung vom 12.03.2018

La Filia, EXtraCHORd und You ‚N‘ Joy beim Festival in Wirges dabei

(H.P. Metternich)  Wenn eine Veranstaltung das Attribut „Festival“ verdient hat, dann ist es das fünfte „Westerwälder mundART a cappella Festival“, das das Vokalensemble cannibale vocale im Bürgerhaus von Wirges gemeinsam mit drei weiteren Chören der Spitzenklasse zelebrierte. Um es gleich vorwegzunehmen: Die nahezu 800 Zuhörer in der voll besetzten guten Stube von Wirges wollten am Ende keine Minute des fast vierstündigen Programmes missen. (…)

Der Artigkeit gegenüber jungen Damen Rechnung tragend, mag hier an erster Stelle der Mädchenchor La Filia am Landesmusikgymnasium Montabaur genannt sein. Der Chor steht seit seiner Gründung unter der Leitung von Martin Ramroth. Das junge Ensemble ist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe in Deutschland und auf internationalem Parkett. Wären diese Auszeichnungen bei der Vorstellung des Chores nicht schon verraten worden, so wäre bei den Zuhörern spätestens nach den hervorragenden Darbietungen der jungen Frauen deutlich geworden: Hier hat Martin Ramroth einen Mädchenchor geformt, der den Rahmen anderer Chöre dieser Art bei Weitem sprengt.

„Extra“ ist bei dem gemischten Chor „EXtraCHORd“ Programm. Martin Ramroth steht diesem Ensemble ebenfalls als Chorleiter vor. Die 19 Sängerinnen und Sänger zelebrierten Chorgesang wie Orgelklang. „Schöner kann Chormusik nicht klingen“, drückte ein faszinierter Zuhörer seine Begeisterung über so viel Gesangskultur vom Allerfeinsten aus. Das war „mundKUNST“ in Reinkultur. (…)  Bescheiden, wie die Gastgeber cannibale vocale nun mal sind – hier sei ein Augenzwinkern bei der „besten Boy-Group im Westerwald“ durchaus erlaubt –, mögen sie es verschmerzen, als letzte genannt zu werden, obwohl ihnen in ihrer amüsanten Art Auftakt und krönender Abschluss eines außergewöhnlichen Konzertes oblagen. (…)  „Ich schwimme begeistert mit meinen Sängern gegen den Strom traditioneller Männerchöre“, gesteht Fraser Gartshore, der nicht nur als „musikalischer Dompteur“ seine Sänger in die richtige Richtung führt, er empfahl sich beim „Westerwälder mundART a cappella Festival“ auch als amüsanter Moderator, der sich für keinen Spaß zu schade war. Wie hatte Thilo Daubach bei der Begrüßung der Gäste versprochen: „Sie werden ein großes Festival erleben.“

 

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Cannibale Vocale erhalten prominente Unterstützung

Westerwälder Zeitung vom 15.02.2018

EXtraCHORd und laFilia beim Festival in Wirges mit dabei

Das Vokalensemble Cannibale Vocale lädt zum A-cappella-Festival Mundart ins Wirgeser Bürgerhaus ein. Für das Konzert am Samstag, 10. März, haben sich die 17 Sänger rund um ihren künstlerischen Leiter Fraser Gartshore namhafte Verstärkung geholt. Zu den Gastensembles gehört unter anderem laFilia, der Mädchenchor am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz, der seit seiner Gründung vor zwölf Jahren unter der Leitung von Martin Ramroth steht. Das Ensemble ist Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe und regelmäßiger Gast bei Konzerten und Festivals in Rheinland-Pfalz. Ein Höhepunkt in seiner bisherigen Geschichte war eine Konzertreise nach China, wo laFilia vor insgesamt mehr als 10 000 Zuhörern auftrat und umjubelt wurde.

Ein weiterer Gast, das Ensemble EXtraCHORd, ist ein Projektchor in der Tradition des Kammerchors Art of the Voice am Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz. Die 14 bis 32 Sängerinnen bieten anspruchsvolle Chormusik auf hohem Niveau. Ihr bislang größter Erfolg war ein erster Preis in der Kammerchorklasse des Deutschen Chorwettbewerbs in Dortmund im Jahr 2010. Ein musikalischer Schwerpunkt des Ensembles liegt auf der gemäßigten klassischen Moderne. Doch auch die gezielte Pflege eher unbeachteter Werke des vorbarocken Repertoires ist ein Markenzeichen von EXtraCHORd. Interessante, oft kontrastierende Programme, meist ein wenig jenseits des Mainstreams, sind das Credo des Chors und seines Leiters und Gründers Martin Ramroth.

Die Gastgeber Cannibale Vocale stöbern mit einer gehörigen Portion Respektlosigkeit im schier unerschöpflichen Fundus der abendländischen Musik und platzieren die eigenwillig interpretierten Versatzstücke im wohldurchdachten Chaos ihres Kuriositätenkabinetts. Neben viel Klamauk schlagen die Sänger aber auch schwierige Töne an. „Wir holen für dieses Programm alles aus uns heraus, es wurden sogar Zusatzproben angeordnet, berichtet Frontmann Thilo Daubach und fügt hinzu: „Gerade im Spannungsfeld zwischen Kuriosem und Vergangenem liegt der besondere Reiz unseres aktuellen Programms ,Back to the Roots‘.“

Das Konzert beginnt am Samstag, 10. März, um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet regulär 18 Euro. Schüler, Studenten und Behinderte mit Ausweis zahlen den ermäßigten Preis von 15 Euro. Karten sind in der Buchhandlung Reuffel in Montabaur, im Touristikbüro in Montabaur, im Salon Ute in Holler und in der Buchhandlung „meinBuchhaus“ in Wirges erhältlich.

 

Alles für die perfekten Momente

Nassauische Neue Presse vom 15.12.2017

(Anken Bohnhorst-Vollmer) Heute beginnt in der Stadthalle der jährliche Konzertmarathon des Landesmusikgymnasiums. Mehr als 400 Schüler werden an drei Abenden drei verschiedene Programme präsentieren. Aber welcher technische und organisatorische Aufwand steckt eigentlich dahinter?
Zuerst muss Starkstrom verlegt werden. (…) Die normale Grundausstattung mit Energie reicht nicht aus für Licht und Ton, sagt Luca Kaulbach. (…) Der 17-jährige Schüler gehört zum Technik-Team des LMG, ohne deren Vorarbeit der Konzertmarathon nicht funktioniert. Für ihn und die anderen Techniker, für die Jungen vom Bühnen-Team und die Mitglieder der Foto- und Film-AG (…) hat das Programm rund 30 Stunden vor dem ersten offiziellen Ton begonnen. (…)
Das Team ist eingespielt. Jeder Handgriff ist bekannt. (…) Rund 500 Meter Kabel verlegen die Schüler, berichtet Luca. 200 Meter für den Strom und 300 Meter für Ton und Licht. Etwa 25 Boxen sollen den guten Ton wiedergeben, mehr als 20 Scheinwerfer die jungen Künstler in bestes Licht setzen. (…) Bei der Generalprobe wird bis zur letzten Minute modifiziert und gefeilt. Hier die perfekte Position für die Tonregler zu finden, kann dauern. Aber irgendwie klappt es dann doch immer (…).
Grundsätzlich aber läuft die Veranstaltung, stellt ein anderer Schüler klar. Er gehört zum Bühnen-Team, jener Truppe männlicher Schüler, die rund 1000 Stühle aufstellen, die Vorderbühne aufbauen und während des Programms dafür sorgen, dass z.B. der Pianist einen Flügel hat oder dass sich die mehr als 100 Musiker des Sinfonieorchesters hinsetzen können und vor ihnen Notenpulte stehen. Auch diese Mannschaft ist ständig vor und hinter der Bühne in Bewegung. (…)
Das ist ins einem Team nicht anders, sagt Henner Peda, der den Stand seiner Foto- und Film-AG vorbereitet hat. Zusammen mit etwa zehn Mitschülern wird der Abiturient die Konzerte mitschneiden und filmen. (…) Henner Peda wird – wie alle Techniker, Bühnenarbeiter und Fotografen –selbst auch mehrmals auftreten, als Solist und Mitglied eines Ensembles. Ist das anstrengend? „Nein“, sagt Luca Kaulbach. Er genieße die Auftritte. „Die sind ja gut vorbereitet.“ Der Strom jedenfalls ist da.

Koblenzer Musikfestival gastierte auf Schloss Montabaur

Westerwälder Zeitung vom 26.09.2017

Westerwälder Cellist Benedict Kloeckner trat mit vier weiteren Spitzenmusikern auf

(H.P. Metternich)  „Wahnsinn, und das in Montabaur, das ist kulturell eine andere Welt“. Diese Euphorie äußerte eine Zuhörerin am frühen Sonntagabend bei einem Konzert in der Reihe des vierten Internationalen Musikfestivals Koblenz, das im Rittersaal auf Schloss Montabaur junge Musiker von Weltniveau in den Westerwald geholt hatte. „Mythos Leidenschaft“ titelte das vorletzte Konzert in der laufenden Sequenz, und es war in der Tat ein Beispiel konzertanter Leidenschaft auf höchstem Niveau.

Die Affinität des Gründers und Initiators des Koblenzer Musikfestivals für Montabaur, Benedict Kloeckner, kommt nicht von ungefähr. Der junge Mann, der im Westerwald aufgewachsen ist, hat am Landesmusikgymnasium nach acht Jahren sein Abitur gemacht. Keine Geringeren als Sir Simon Rattle und Daniel Barenboim haben ihm bemerkenswerte Perfektion, eine absolute Kontrolle der Technik, Intonation und Farbigkeit im Cellospiel bescheinigt. 

Musikalische Superlative zeichnen auch die vier anderen jungen Künstler aus, die im Montabaurer Rittersaal am Sonntag den Mythos Leidenschaft in herrlichster Musik skizzierten. Der Pianist Vasilis Varvaresos war mit 14 Jahren der jüngste Gewinner in der Geschichte der „Young Concert Artist Competition“ New York. Der „Weltbürger“ mit griechischer Mutter und japanischem Vater, Noé Inui, kann ebenfalls mit höchsten Auszeichnungen kokettieren. Tomothy Ridout ist der erste britische Viola-Spieler der Welt, der den berühmtesten Viola-Wettbewerb, den „Tertis Competition“, auf der Isle of Man gewonnen hat. Der begnadete amerikanische Violinist William Hagen wird mit dem Pianisten Christoph Eschenbach in Kürze in Frankfurt am Main konzertieren. Und sie alle waren in Montabaur. (…) Das Publikum, das am Ende minutenlangen Beifall spendete, genoss den konzertanten Leckerbissen im Rittersaal auf Schloss Montabaur in einem Ambiente, das dem Anspruch des Konzertes vollauf gerecht wurde, in vollen Zügen. (…) Die „kulturell andere Welt“ hat am Sonntagabend ohne Zweifel mit dem vierten Internationalen Musikfestival Koblenz im Rittersaal auf Schloss Montabaur Einzug gehalten.

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Musik als Mittel zur Völkerverständigung

Das internationale Orchesterprojekt TRIORCA auch in Serbien auf Erfolgskurs

(Joelle Lieser, Sophie Jungbluth, MSS 12, und Michaela Stepanjan, Abitur 2016, 06.09.2017)

Am 25. Juli 2017 machten wir, sieben SchülerInnen des LMG, drei Ehemalige und eine ‚Angeheiratete’, uns auf den Weg nach Novi Sad, die an der Donau liegende zweitgrößte Stadt Serbiens, um bei dem internationalen Orchesterprojekt „Triorca“ mitzuwirken. Ziel der einwöchigen Probenarbeit war das Abschlusskonzert in der Synagoge in Novi Sad, ein besonderer Ort durch seinen historischen Hintergrund und ein mahnendes Symbol für die Völkerverständigung, insbesondere der drei Triorca-Nationen Deutschland, England und Serbien. Auf dem Programm standen die Fantasieouvertüre „Romeo und Julia“ von Tschaikowsky, Jean Sibelius’ 5. Sinfonie und “5 Variations of Dives and Lazarus” von Ralph Vaughan Williams.  

Neben der Probenarbeit war für uns besonders wichtig, die nationalen und internationalen Bindungen aufzubauen und zu festigen. Ein großer Vorteil dabei war, dass wir in einem sehr zentral gelegenen Hotel zusammen mit den Engländern untergebracht waren. Von dort hatten wir auch nur einen kurzen Fußweg zur Musikschule, wo die Registerproben stattfanden, und zur Synagoge, wo das ganze Orchester probte. Da die Synagoge nicht nur ein beliebter Veranstaltungsort, sondern auch eine bekannte Touristenattraktion ist, hatten wir bei den Tutti-Proben häufig Zuhörer.

Dadurch, dass wir neben den Proben noch einiges an Freizeit hatten, haben wir auch viel von der Stadt und der serbischen Kultur mitbekommen. So haben uns die Serben zum Beispiel einige traditionelle Tanzschritte beigebracht und wir haben einen Ausflug auf die Petrovaradin-Festung gemacht, was bei der serbischen Hitze und dem wenigen Schatten auf dem Festungsgelände ziemlich anstrengend war. Hier konnten wir zuerst an einer Führung teilnehmen, um mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren, danach haben die Blechbläser ein kleines Konzert als Werbung für das Orchester gespielt. Eine Stadtführung der besonderen Art hatten wir mit den serbischen Mitgliedern des Orchesters. Sie zeigten uns den Stadtstrand von Novi Sad, ein beliebter Ausgeh- und Veranstaltungsort an der Donau. Außerdem führten sie uns zum Ufer der Donau, wo sich abends viele junge Menschen zum Feiern treffen.

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war der Talentabend, der in der Musikschule stattfand. Nicht nur die einzelnen Register nahmen daran teil, sondern auch kleine Ensembles, die sich länderübergreifend zusammengefunden hatten. Die Jury, bestehend aus der englischen Leiterin Juliet Rickard, ihrem Mann Robert Rickard, Assistenzdirigent Andy Morley und Dirigent Nicolas Daniel bewerteten anschließend die Beiträge.

Das Konzert am 31. Juli wurde vom serbischen Fernsehen aufgenommen und war ein voller Erfolg. Obwohl es in der Synagoge sogar noch wärmer war als draußen, waren viele Zuhörer gekommen. Das komplette Konzert kann man auf Youtube schauen. Nach dem Konzert ließen wir die Woche alle zusammen in einem serbischen Restaurant ausklingen, bevor wir am nächsten Tag zurück nach Deutschland flogen. Damit ging eine anstrengende und ereignisreiche Woche mit vielen neuen Erfahrungen und geknüpften Freundschaften zu Ende. Die Ziele des Projektes wurden auf jeden Fall erreicht: neue internationale Beziehungen, jede Menge Spaß und Musik auf hohem Niveau. Wir bedanken uns bei Frau Melchiori und Herrn Moser für die tolle Organisation und freuen uns auf nächstes Jahr in England!

 

Mackrel_am_LMG

Der ehemalige Schlagzeuger und Leiter der Count Basie Big Band Dennis Mackrel am Landesmusikgymnasium!

(Andreas Steffens, 28.08.2017)  Ein ganz besonderes Erlebnis erwartete die Mitglieder des Yellow Tone Orchestra gleich zu Schuljahresbeginn: Dennis Mackrel, der ehemalige Schlagzeuger und Leiter der Count Basie Big Band kam, um mit ihnen zu arbeiten und tags darauf ein gemeinsames Konzert mit dem Rhine Phillis Orchestra im Koblenzer Stadttheater zu geben!

1983 holte Count Basie ihn in sein Orchester und auch nach dessen Tod 1984 spielte Dennis Mackrel unter Thad Jones und Frank Foster weiter in der Band. Seit 2010 leitet er das Count Basie Orchestra. Daneben war er Schlagzeuger in den Big Bands von Maria Schneider, Mel Lewis – um nur einige zu nennen – und spielte mit vielen internationalen Jazzgrößen. So waren wir sehr gespannt und natürlich auch etwas nervös, wie ein Musiker auf absolutem Weltniveau mit uns arbeiten würde. Aber es zeigte sich vom ersten Moment an, dass es dazu überhaupt keinen Grund gab. Dennis Mackrel schaffte es uns sofort in seinen Bann zu ziehen – die Art, wie er über Musik sprach, darüber, wie wir die Noten mit
„ Leben“ füllen sollten, auf was es wirklich ankommt beim Musikmachen war ungeheuer motivierend und inspirierend zugleich. Ein toller Musiker UND Pädagoge, der bei uns allen auch nachhaltig großen Eindruck hinterlassen hat – ein ganz besonderes Erlebnis!

Seinen Abschluss und Höhepunkt fand das arbeitsreiche Wochenende dann am Sonntag beim gemeinsamen Konzert mit dem „Rhine Phillis Orchestra“ im Stadttheater Koblenz, bei dem wir Dennis Mackrel auch als Arrangeur und Bandleiter erleben konnten.